Yuan-Wechselkurs
Chinas Währung auf Tauchgang

Die chinesische Notenbank schickt den Yuan auf ein Fünf-Jahres-Tief. Das Land hofft, mithilfe der schwachen Währung seine Wirtschaft anzukurbeln. Konkurrierende Exportnationen reagieren auf den Schritt jedoch verärgert.

Peking/DüsseldorfSie hat es schon wieder getan: Die chinesische Regierung hat den Referenzkurs für seine Währung, den Yuan, bereits den siebten Tag in Folge gesenkt. In der Folge fiel die Währung auf ein Fünf-Jahres-Tief. Im Umkehrschluss legte der Dollar zu und kostete zuletzt 6,5518 Yuan und damit 0,6 Prozent mehr als am Dienstag. Der Euro notierte bei 7,0353 Yuan.

Die chinesische Zentralbank hatte am Dienstag in den Wechselkurs eingegriffen, um zu hohe Ausschläge zu verhindern, erklärte eine mit der Sache vertraute Person der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Die überraschend starken Kursverluste beim Yuan werteten Börsianer am Mittwoch als Zeichen, dass es um den Zustand der nach den USA weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft schlechter bestellt ist, als bislang gedacht. Sie befürchteten, dass die chinesische Notenbank die Abwertung ihrer nicht frei handelbaren Währung toleriere, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen auf dem Weltmarkt zu verbessern und damit die Konjunktur anzukurbeln.

Die Notenbank der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hatte am 11. August vergangenen Jahres eine neue Währungspolitik eingeleitet und der Währung mehr Freiheiten eingeräumt. Der Yuan kann sich nicht völlig frei bewegen wie der Euro oder der Dollar. Peking nennt das Prinzip „manipuliertes Floating“. Konkret bedeutet der Mechanismus, dass die Zentralbank jeden Tag einen Referenzkurs zum US-Dollar bekannt gibt, um den sich die Währung um zwei Prozent nach oben und nach unten bewegen kann – derzeit geht es nach unten.

„Das ist keine gute Entwicklung für den Rest der Welt“, sagt Koichi Kurose, ein Analyst der Resona Bank in Tokio. „Solange China den Yuan weiter schwächt, werden die globalen Märkte Schwierigkeiten haben, sich zu stabilisieren.“ Zwar könne der schwächere Yuan wohl einem Teil der chinesischen Wirtschaft helfen. Darunter litten allerdings andere Marktteilnehmer. Zu den Opfern zähle auch Japan, weil sich das Land mit China in vielen Branchen überschneide.

Ausschläge des Yuan beeinträchtigen die Wechselkurse und Exportaussichten Asiens, nicht zuletzt da China größter Handelspartner von Südkorea und Taiwan ist. Der von Bloomberg ermittelte JP Morgan Asia Dollar, der die zehn wichtigsten Währungen Asiens umfasst, fiel als Reaktion auf die erneute Yuan Abwertung durch Chinas Zentralbank um bis zu 0,4 Prozent.

Sorgen bereiten den Märkten zudem die schwachen Konjunkturdaten der Volksrepublik. Für negative Stimmung sorgte insbesondere die chinesische Industrieproduktion. Sie schrumpfte im Dezember den zehnten Monat in Folge, wie eine Umfrage des Markit-Instituts und des Medienhauses Caixin ergab.

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