ZEW-Index ohne große Auswirkungen
Dax trotzt politischen Machtspielchen

Unbeeindruckt von den nach wie vor unklaren politischen Machtverhältnissen in Deutschland haben sich die meisten deutschen Aktien angeführt von festen Autowerten am Dienstag etwas von ihren Vortagesverlusten erholt. Analysten sehen trotz der Unsicherheit nach dem Wahlausgang auch keinen Grund zur Panik.

HB FRANKFURT. Der Dax stieg um 0,7 % auf 4962,86 Punkte. Auch die Nebenwerte waren gefragt, der MDax legte 0,7 % auf 6982 Punkte zu. Der MDax gewann 0,67 % auf 6 982,29 Punkte. Der TecDax rückte um 0,83 % auf 604,77 Zähler vor. Händler rieten aber zur Vorsicht. „Ich würde keine langen Positionen aufbauen. Vielleicht ist das nur die Ruhe vor dem Sturm“, mahnte ein Börsianer. Vor allem die Autowerte stützten den Dax.

Die Analysten der WestLB halten die deutschen Aktien trotz der Unsicherheit über die Regierungsbildung in Berlin für attraktiv bewertet. Zwar könnte der Dax in den nächsten Wochen etwas unter Druck kommt. Einen Grund zur Panik gebe es für die Investoren mittelfristig aber nicht. Die meisten deutschen Konzerne agierten weltweit, so dass sie weiter von den positiven Auswirkungen der Globalisierung profitieren dürften. Die Experten von HSBC Trinkaus & Burkhardt rechnen für die nächsten Wochen ebenfalls mit einer schwächeren Entwicklung des Dax, gehen aber nicht von einer starken Korrektur aus. „Aus Sicht der Aktienmärkte, betrachten wir eine Jamaika-Koalition (CDU/CSU, FDP und Grüne) als das beste mögliche Ergebnis“, stellen die Analysten fest. Eine große Koalition aus Union und SPD sei „unappetitlich“, und eine Minderheitsregierung aus SPD und Grünen wäre der schlimmste Fall. Goldman Sachs ist der Ansicht, dass die bislang eingeleiteten Reformen unumkehrbar sind, unabhängig davon wer die Regierung letztlich übernimmt.

Der Markt ignorierte auch weitgehend den unerwartet starken Rückgang des Konjunkturindex des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Der Ölpreis, der am Vortag angesichts eines den Golf von Mexiko bedrohenden neuen Hurrikans kräftig zugelegt hatte, gab einen Teil der Vortagesgewinne wieder ab. Von der US-Notenbank (Fed) erwarteten die meisten Analysten am Dienstagabend die elfte Zinserhöhung in Folge auf dann 3,75 %.

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die BMW-Aktien , die um 2,5 % zulegten. Die Münchner präsentierten am Dienstag die lang erwarteten Details ihres bereits im Frühjahr angekündigten Aktienrückkaufprogramms. Demnach will der Konzern zunächst bis zu drei Prozent des Grundkapitals, also rund 20,2 Millionen Stammaktien, über die Börse zurückkaufen und einziehen. Durch das dann geringere Grundkapital erhöht sich rechnerisch der auf jede verbliebene Aktie entfallende Konzerngewinn.

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