ZEW-Umfrage Börsianer schrauben Konjunkturerwartungen erneut zurück

Die anhaltende Unsicherheit über die Zukunft Griechenlands und die bescheidene Dynamik der Weltwirtschaft drücken die Erwartungen von Börsenprofis. Immer weniger glauben an einen kräftigen Aufschwung in Deutschland.
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Viele Börsenprofis glauben nicht daran, dass die deutsche Wirtschaft im zweiten Halbjahr noch einmal kräftig anzieht. Quelle: dpa
Pessimistischer Ausblick

Viele Börsenprofis glauben nicht daran, dass die deutsche Wirtschaft im zweiten Halbjahr noch einmal kräftig anzieht.

(Foto: dpa)

BerlinImmer weniger Börsenprofis trauen der deutschen Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte einen kräftigen Aufschwung zu. Das Barometer für die Konjunkturerwartungen in den nächsten sechs Monaten sank im Juni um 10,5 auf 31,5 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner Umfrage unter 229 Anlegern und Analysten mitteilte. Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang auf 37,1 Zähler gerechnet.

„Äußere Einflussfaktoren reduzieren derzeit den Spielraum für Verbesserungen der guten Wirtschaftslage in Deutschland“, sagte ZEW-Präsident Clemens Fuest. „Dazu zählen vor allem die anhaltende Unsicherheit über die Zukunft Griechenlands und die verhaltene Dynamik der Weltkonjunktur.“ Die Börsianer bewerteten auch die aktuelle Lage ungünstiger. Dieses Barometer fiel um 2,8 auf 62,9 Zähler. Hier waren 63,0 Punkte vorhergesagt worden.

Im ersten Quartal war die deutsche Wirtschaft mit 0,3 Prozent unerwartet schwach gewachsen. Für das Gesamtjahr 2015 sagen die meisten Experten ein Plus von knapp zwei Prozent voraus, nach 1,6 Prozent im vorigen Jahr.

Wie Sie dem Niedrigzins ein Schnippchen schlagen
Tages- und Festgeldkonten werfen kaum etwas ab:
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Sparer haben es im Euro-Raum derzeit schwer. Auf Tages- und Festgeldkonten gibt es kaum noch Zinsen und es sieht nicht so aus, als ob die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins in der nächsten Zeit erhöhen wird und so Sparern wieder zu mehr Einnahmen verhilft. Für Kleinanleger kann es sich durchaus lohnen, in Aktien zu investieren. Allerdings sollten sie einige Regeln beachten.

Europaweit niedrige Zinsen
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Eine solche Situation, wie sie derzeit an den Märkten herrscht, ist nicht nur für die Kanzlerin Neuland.

Welche Produkte eignen sich für Einsteiger?
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Gut geeignet für Einsteiger sind sogenannte ETF, börsengehandelte Indexfonds. Anleger setzen damit auf die Entwicklung bestimmter Indices, wie zum Beispiel den Deutschen Aktien Index (Dax). Allerdings sollten Aktienneulinge nicht auf den Dax setzen, sondern auf breit gestreute Fonds, die nicht nur den deutschen, sondern mindestens den europäischen Aktienmarkt umfassen. Laut „Finanztest“ sind globale Fonds am besten geeignet. Sie umfassen nicht nur Aktien verschiedener Länder, sondern zusätzlich Wertpapiere unterschiedlichster Unternehmen aus verschiedenen Branchen. Ihr Risiko ist also weit gestreut. Beispiele für mögliche ETF sind der MSCI World-Index oder der Stoxx Europe 600.

Wie groß ist das Risiko bei ETF?
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Aktienanlagen sind immer mit einem gewissen Risiko verbunden, auch Investitionen in ETF. Andere Fonds – zum Beispiel Branchenfonds – sind potentiell aber um einiges riskanter. Grundsätzlich sollten Durchschnittssparer beachten, dass sie nur Geld investieren, welches sie langfristig entbehren können – laut „Finanztest“ mindestens für zehn Jahre, besser noch länger. So lassen sich auch zwischenzeitliche Börseneinbrüche aussitzen.

Was ist mit Aktien einzelner Unternehmen?
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Wer Einzelaktien kauft, ist dem Unternehmen „auf Gedeih und Verderb“ ausgeliefert, warnt Beckerle. In einigen Fällen winken enorme Gewinne. Wer zum Beispiel Anfang 1997 Apple-Aktien für 1000 Dollar kaufte, ist heute um mehr als 200.000 Dollar reicher. Negativ ins Gedächtnis gebrannt hat sich vielen Anlegern in Deutschland das Beispiel der Telekom-Anleihe. Die „Volksaktie“ stieg zunächst rasant und fiel dann umso stärker. Beckerle rät Verbrauchern von Einzelaktien ab.

Gibt es den richtigen Zeitpunkt zum Aktienkauf?
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Nein. Auch wenn die Aktienmärkte gerade nur den Weg nach oben kennen, kann sich der Einstieg lohnen. Finanzexpertin Beckerle rät Verbrauchern zum Einstieg in Raten. Die festgelegte Anlagesumme wird dabei in mehrere Teilbeträge aufgeteilt und im Abstand von mehreren Wochen oder Monaten investiert. Eine weitere Möglichkeit sind dauerhafte monatliche Beträge, die in einen Fonds fließen.

Wo kaufe ich die Aktien?
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Für Einsteiger empfiehlt Beckerle den Kauf über eine Direktbank. Dort sei die Depoteröffnung und Verwaltung meist billiger als bei der Hausbank. Viele Hausbanken würden zudem ihre eigenen Fonds empfehlen, nicht unbedingt ETF. Allerdings: Direktbanken bieten ihren Kunden keine Beratungshilfe an. Wer dort Aktien kauft, muss vorher genau wissen, was er will. Versiertere Anleger, die sich für sogenannte gemanagte Fonds interessieren, fahren meist billiger, wenn sie die Anteile direkt bei Fondsvermittlern im Internet kaufen.

  • rtr
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