Zinsängste sorgen für Verkäufe
Europas Börsen auf Talfahrt

Nicht nur auf dem deutschen Aktienmarkt haben die neu angeheizten Spekulationen über weiter steigende US-Zinsen zu massiven Kursverlusten geführt. Auch die anderen europäischen Aktienmärkte wurden am Mittwoch auf Talfahrt geschickt.

HB FRANKFURT. Der DJ Stoxx50-Index der 50 größten börsennotierten europäischen Unternehmen schloss 2,9 Prozent tiefer bei 3356 Zählern. Der DJ Euro Stoxx50-Index der 50 größten börsennotierten Unternehmen der Euro-Zone fiel um 3,4 Prozent auf 3605 Punkte. Die europäischen Börsen nahmen damit nach einer Unterbrechung am Dienstag ihre Abwärtsbewegung wieder auf.

Börsianer führten die Kursabschläge auf die überraschend kräftig gestiegenen Verbraucherpreise in den USA im April zurück. „Dies wird die Spekulation nähren, dass die Fed im Juni erneut die Zinsen erhöht“, sagte Robert Lynch von HSBC in New York. NordLB-Händler Karsten Jürges ergänzte: „Angesichts der zunehmenden Inflation erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank die Zinsen weiter anheben dürfte und damit vorerst noch kein Ende der Zinserhöhungsphase in Sicht ist.“ Seiner Ansicht nach sind die Aktienmärkte angeschlagen. „Jede negative Nachricht wird zu Verkäufen genutzt“, sagte er. Die US-Notenbank (Fed) hatte in der vergangenen Woche weitere Zinsschritte nach einer zweijährigen Erhöhungsphase vom Inflationsrisiko abhängig gemacht.

In Frankfurt brach der Dax bei hohen Umsätzen um 3,4 Prozent oder 199 Punkte auf 5652,72 Zähler ein und beendete den Handel auf dem tiefsten Stand seit Februar. Auf der Verliererseite standen erneut Autowerte, die unter dem festen Euro litten.

In London sackte der FTSE 100-Index um 2,9 Prozent auf 5675,5 Punkte ab. Gesprächsthema war die Offerte von Xstrata für Falconbridge. Der Rohstoffkonzern bietet für die 80 Prozent an dem kanadischen Nickelförderer, die ihm noch nicht gehören, 14,4 Mrd. Dollar.Nach anfänglichen Kursgewinnen drehten Xstrata-Aktien ins Minus und schlossen 5,3 Prozent tiefer. Zu den größten Verlierern zählten Titel von Sainsbury mit einem Abschlag von 4,9 Prozent. Die Supermarktkette veröffentlichte zwar einen Gewinn über den Erwartungen, warnte jedoch vor höheren Energiekosten als geplant.

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