Zinsfurcht
Wall Street gibt weiter nach

Mit der Bekräftigung ihrer Warnung vor wachsenden Inflationsrisiken hat die US-Notenbank (Fed) die Furcht vor steigenden US-Zinsen an der Wall Street erneut angeheizt. Damit verpuffte eine Reihe positiver Impulse und die Kurse sackten nach anfänglichen Gewinnen erneut ins Minus.

HB NEW YORK. Händlern zufolge belastete zudem Nervosität der Anleger vor der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten die Börse. Zunächst hatte die Anhebung der Gewinnprognose des Mischkonzerns General Electric (GE) und dessen optimistische Einschätzung der US-Konjunkturperspektiven der Börse ins Plus verholfen. Unterstützung lieferten zudem der Rückgang des US-Ölpreises auf ein Zwei-Monats-Tief und überraschend gute Geschäfte der Einzelhändler im September.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verließ den Handel 0,29 Prozent ermäßigt mit 10.287 Punkten. Im Geschäftsverlauf hatte er zwischen 10.370 und 10.218 Zählern gependelt. Der breiter gefasste S&P-500-Index fiel um 0,41 Prozent auf 1191 Zähler. Der Nasdaq-Composite der Technologiebörse gab um 0,9 Prozent auf 2084 Stellen nach.

Der Gouverneur der Federal Reserve Bank von Dallas, Richard Fisher, sagte, er sei alarmiert über den Anstieg der Kerninflation (ohne schwankungsanfällige Energie- und Nahrungsmittelpreise). Zugleich äußerte er sich besorgt, dass die Unternehmen Erfolg mit der Weitergabe der hohen Energiekosten an die Verbraucher haben könnten. "Fishers Äußerungen haben eindeutig die Inflationssorgen und künftige Zinsanhebungen bestärkt", sagte Chris Burba von Standard & Poor's.

Mit Hinweisen auf erhöhte Inflationsrisiken hatten schon während der vergangenen Tage die Präsidenten mehrerer regionaler Federal-Reserve-Banken die Angst der Anleger vor einer Verteuerung der Geldbeschaffung geschürt. Die Börse fürchtet steigenden Zinsen, weil sie Kredite für Verbraucher und Unternehmen steigern und damit Wachstum und Gewinne drosseln können.

Die Investoren reagierten Händlern zufolge vor den Arbeitsmarktdaten am Freitag zunehmend nervös. Viele befürchteten, die Wirbelstürme "Katrina" und Rita" könnten mehr Menschen ihren Arbeitsplatz genommen haben als zunächst angenommen. Volkswirte rechnen im Schnitt mit einem Verlust von 143 000 Arbeitsplätzen außerhalb der Landwirtschaft.

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