Zürich mit Kursrutsch bei Nestle auf Tagestief
Schweizer Aktien tief in der Verlustzone

dpa-afx ZÜRICH. Die Schweizer Aktien schlossen am Donnerstag nach einem bewegten Handelstag tief in der Verlustzone. Standen in der ersten Sitzungshälfte die Banken im Mittelpunkt, dominierten Nestle am Nachmittag das Geschehen. Die Ernennung des Amerika-Chefs Paul Bulcke zum neuen Chef, respektive die Nichtberücksichtigung des Finanzvorstand Paul Polman habe viele Investoren enttäuscht.

Der Rückgang der Dividendenpapiere in der Schweiz habe nach dem markanten Anstieg der beiden Tage davor, diese kamen vor allem durch Short-Eindeckungen zustande, Händlern zufolge kaum überrascht. Nun hätten einfach die Anschlusskäufe gefehlt. Zudem habe der grosse Verfall vom (morgigen) Freitag zusätzlich seinen Schatten vorausgeworfen.

Der SMI schloss um 17.30 Uhr 110,04 Punkte oder 1,22% tiefer auf 8 896,72 Einheiten. Alleine Nestle drückten den Index um über 58 Punkte nach unten. Der Swiss Leader Index schwächte sich um 1,21% auf 1 344,80 Punkte ab, der Swiss Performance Index um 1,23% auf 7 218,82 Punkte.

Der Nahrungsmittelmulti Nestle hat mit der Ernennung des Amerika-Chefs Paul Bulcke den Generationenwechsel vollzogen. Als Favorit für den Chefposten hatte in Medien und unter Analysten jedoch Finanzchef Paul Polman gegolten. Sofort nach Bekanntgabe der Nomination rutschten Nestle in die Verlustzone und schlossen am Ende satte 3,6% tiefer auf 510 Franken.

Im Handel war man sich zwar einig, dass auch Bulcke ein gute Wahl sei. Ein Fragezeichen wurde jedoch zur Zukunft des „unterlegenen“ CFO Polman gesetzt. Polman habe sich bei Analysten eine guten Ruf erworben und gelte als „Architekt“ des laufenden Aktienrückkaufprogramms. Wie ein Nestle -Sprecher gegenüber AWP erklärte, gebe es im Moment aber keine Anzeichen für eine Veränderung auf dem CFO-Posten.

Die gebeutelten Bankaktien erholten sich im Tagesverlauf leicht von ihren Tiefstständen. Positiv reagierten die Titel am Nachmittag auf den glänzenden Abschluss von Goldman Sachs, während Bear Stearns die Auswirkungen der Finanzkrise im dritten Quartal voll zu spüren bekam. CS schlossen 0,6% tiefer auf 79,20 Franken, UBS 0,8% tiefer auf 63,90 Franken und Julius Bär 1,8% tiefer auf 82,45 Franken.

Stark unter Druck standen zyklische Werte wie Givaudan (-1,1% auf 1„078 Franken), SGS (-1,4% auf 1„380 Franken), Adecco nach einer Kurszielreduktion von Goldman Sachs (-2% auf 72,05 Franken) sowie die beiden Chemiker Ciba (-1,5% auf 60,30 Franken) und Clariant (-1,7% auf 14,87 Franken). Neben Givaudan , SGS und Ciba werden am kommenden Montag auch Lonza (-1% auf 119,80 Franken) und Swatch Namen (-0,5% auf 70,10 Franken) aus dem SMI eliminiert.

Roche (-0,1% auf 210,20 Franken) stemmten dem negativen Trend entgegen, die Papiere des Pharmakonzerns profitierten von einer Ratingerhöhung durch Lehman Brothers.

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