Zuvor verhängte Devisenkontrollen wieder gelockert
Thailand reagiert auf Kursturz

Thailands Aktienmarkt hat am Dienstag den größten Kurseinbruch seit Jahren erlebt. Der Leitindex SET gab zwischenzeitlich rund 20 Prozent nach.

HB BANGKOK. Auslöser für den Kursrutsch waren Pläne der thailändischen Notenbank für eine deutlich striktere Kontrolle der kurzfristigen Geldzuflüsse mit dem Ziel, Währungsspekulationen einzudämmen. Sie verschreckte damit besonders ausländische Anleger. Als Reaktion auf die heftigen Kursverluste vollzog die Regierung am Abend eine Kehrtwende und klammerte den Aktienmarkt von den neuen Regeln aus.

In Bangkok stürzte der Leitindex zeitweise um bis zu 19 Prozent ab und bescherte Südostasiens drittgrößter Börse einen Wertverlust von 28 Milliarden Dollar. Er notierte zeitweise auf dem tiefsten Stand seit etwa drei Jahren und schloss bei einem Minus von 14,8 Prozent, dem größten Verlust an einem Tag seit der irakischen Invasion in Kuwait im August 1990.

Somit war die Reaktion der Börse auch um einiges heftiger als nach dem Militärputsch in Thailand im September. Damals fiel der Index nur um rund vier Prozent. Das Vertrauen in die vom Militär eingesetzte Übergangsregierung schien nun nicht eben gestärkt.

Viele Händler fühlten sich an die Finanz- und Wirtschaftskrise der Tigerstaaten in den Jahren 1997/98 erinnert, die in Thailand begonnen und von dort auf weitere Länder Ostasiens übergegriffen hatte. „Offen gesagt, wenn es einen solchen Ausverkauf nur wegen der Geldpolitik gibt, stellt der Markt offenkundig die neue Führung in Frage“, sagte Analyst Shahab Jalinoos von ABN Amro.

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