Zyklusvergleich
Charttechnik sieht 2007 als Wendejahr

Im Vergleich der aktuellen Charts mit denen der dreißiger Jahre fallen erstaunliche Parallelen auf. Wenn der Trend sich bestätigt, geht es ab dem dritten Quartal wieder bergab. Die Inflation spielt dabei eine besondere Rolle.

FRANKFURT. Immer wieder wird spekuliert, dass die aktuelle Dekade hinsichtlich Börse und Wirtschaft den dreißiger Jahren ähnele. Im Chart werden beide Zeiträume miteinander verglichen. Es ist zu sehen, dass auf die beiden Hochs im Dow-Jones-Index in den Jahren 1929 und 2000 ein dreijähriger Bärenmarkt gefolgt war. Danach schloss sich eine vierjährige Hausse an, die im ersten Quartal 1937 durch einen raschen Kurseinbruch beendet wurde. Es folgten ein weiterer Kurseinbruch im dritten Quartal, ein sechsmonatiger, scharfer Bärenmarkt und eine Rezession. Sind ähnliche Meilensteine in den nächsten zwölf Monaten zu erwarten?

Die Frage ist wegen der zusätzlichen, fundamentalen Ähnlichkeiten berechtigt. Zu nennen sind: eine Hausse bei Gold und Rohstoffen, eine sehr hohe Verschuldung (derzeit in den USA dreieinhalb Mal mehr Schulden als Wirtschaftsleistung), die Existenz internationaler Finanzierungslücken, die man mit innovativen Instrumenten, wie beispielsweise der günstigen Kreditaufnahme in Japan zu stopfen versucht. In den dreißiger Jahren gab es ähnliche Erscheinungen, zum Beispiel die berühmten Mefo-Wechsel, die der stark überschuldeten deutschen Wirtschaft weitere Finanzierungen ermöglichten – ohne offiziell die Bücher der Notenbank zu belasten.

Ben Bernanke hatte in einer viel beachteten Rede noch vor seiner Amtszeit als Chef der US-Notenbank in direktem Bezug zu den dreißiger Jahren erklärt, die Notenbanken würden heute alles tun, um einer deflationären Krise vorzubeugen. Einige der vorgeschlagenen Maßnahmen laufen auf eine Abwertung der Währung hinaus.

Hier ergibt sich ein weiterer Bezug zum Chart. Es fällt auf, dass der Kurseinbruch in der aktuellen Dekade wesentlich geringer ausfiel als der in den Dreißigern. Dies liegt an der rund 60-prozentigen Abwertung des Dollars gegen den Euro seit dem Jahr 2000, die den Kurseinbruch noch größer macht.

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