Internationale Presseschau
Abschied vom Normalbenzin

Die internationale Presse untersucht weiter die Auswirkungen der Subprime-Krise. So fürchtet die Washington Post negative Folgen für den privaten Konsum in den USA. Die Times fragt nach den Auswirkungen der Skandale um bleihaltiges Spielzeug für die chinesische Wirtschaft. Im Fündstück des Tages verabschiedet die Welt das Normalbenzin.

Subprime-Krise

Die Auswirkungen der Subprime-Krise sind immer noch ein zentrales Thema in der internationalen Presse. In den USA bremst die Subprime-Krise jetzt auch den Konsum aus. Wie die » Washington Post berichtet, haben der Supermarkt-Riese Wal-Mart und die Baumarkt-Kette Home Depot gestern enttäuschende Zahlen vorgelegt und in Aussicht gestellt, dass die gestiegenen Benzinpreise und die Krise am US-Eigenheimmarkt das restliche Geschäftsjahr verhageln könnten. "Es gibt eine grundsätzliche Angst, dass alles, was derzeit passiert, direkt auch den Konsumenten betreffen könnte", zitiert das Blatt einen Analysten. Dies könne dies gesamte US-Wirtschaft lähmen und in eine Rezession führen.

In einem Gastbeitrag für die » Moscow Times untersucht der Chefstratege der Alfa Bank, Chris Weafer, die Auswirkungen der Subprime-Krise auf die russische Wirtschaft. Vordergündig sei nicht viel zu sehen. "Warum sollte Russland sich um die Krise an den Finanzmärkten scheren?", fragt der Autor rhetorisch. "Die Wirtschaft wird 2007 mit 7 Prozent etwa doppelt so stark wachsen wie die Weltwirtschaft. Der Konsumsektor wächst um etwa 15 Prozent im Jahr." Die Russen hätten allerdings durchaus Grund, sich wegen der Finanzkrise im Ausland Sorgen zu machen: Für Russlands beeindruckendes Wachstum seien schließlich vor allem Energie-Exporte im Wert von 700 Milliarden Dollar in den letzten sieben Jahren verantwortlich.

In einem Kommentar zu den Quartalszahlen der Großbank UBS schreibt die Neue Zürcher Zeitung, die Subprime-Krise habe sich zwar bislang kaum in den Büchern der Bank niedergeschlagen. Aber auch UBS habe bereits einen Hedge-Fonds (Dillon Read Capital Management, DRCM) geschlossen. "Was mit DRCM geschehen ist, könnte auch mit anderen Hedge-Funds passieren", ahnen die Zürcher. "Kein Zweifel - auf die UBS kommen härtere Zeiten zu."

Wirtschaftswachstum

Die deutschen Zeitungen beschäftigen sich mit der Abschwächung des Wirtschaftswachstums im zweiten Quartal. "Wenn alles gut läuft, ist 2007 immer noch ein Wachstum von knapp drei Prozent drin und eine Fortsetzung des Aufschwungs 2008 realistisch", beschwichtigt die Financial Times Deutschland. Gleichwohl habe die Mehrwertsteuererhöhung zum Jahesbeginn die Widerstandsfähigkeit gegen äußere Schocks geschwächt. Die Regierung sollte daher - statt üppig fließende Einnahmen schnellstmöglich unter die Leute zu bringen - ein Finanzpolster behalten, das es ihr erlaube, im Krisenfall antizyklisch gegenzusteuern. "Darauf zu setzen, dass man ja beim nächsten Etatproblem wieder schadlos die Steuern erhöhen kann, wäre unverantwortlich."

Unter der schönen Überschrift "Märwertsteuer" spottet die » Frankfurter Rundschau über die "Fabelgeschichte", nach der Mehrwertsteuererhöhung habe niemand etwas von den fehlenden Millarden gemerkt. Der deutschen Wirtschaft wüchsen keine Flügel, schreibt die Rundschau. "Das Wachstum wird wie gehabt von Export und den Unternehmensinvestitionen getragen. Die Genesung des Dauerpatienten, des privaten Konsums, lässt auf sich warten. Hier wirkt die Mehrwertsteuererhöhung auf unselige Weise."

China

Nachdem Mattel 18 Millionen in China hergestellte Spielzeuge zurückgerufen hat, fragt die » Times nach den Auswirkungen für die chinesische Wirtschaft. Die Entscheidung von Mattel reihe sich ein in eine Kette von Rückrufen von Lebensmitteln und sonstiger Produkte - zuletzt seien zwei Spielzeughersteller bestraft worden, die ihre Produkte mit extrem bleihaltiger Farbe in die USA exportieren wollten. Auf kurze Sicht sei der Schaden für den chinesischen Wirtschaftszweig gering, weil 80 Prozent aller Spielwaren weltweit aus China kämen. Der Regierung komme die Debatte ohnehin gelegen. Sie versuche, mit einer Steuerreform und weiteren Auflagen, Exporteure von Billigprodukten zum Umdenken zu bewegen, um das Billig-Image von "Made in China" zu verbessern.

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