Internationale Presseschau: „Keine Chance, aber die nutzen sie“

Internationale Presseschau
„Keine Chance, aber die nutzen sie“

Die internationale Wirtschaftspresse diskutiert eine Zusammenarbeit von Fiat und Chrysler. gazeta.ru und Standard zeigen, wie die Wirtschaftskrise Europa spaltet. Die Japan Times zieht eine verheerende Bilanz für die japanische Wirtschaft 2008. El Universal hinterfragt den falschen Optimismus mexikanischer Unternehmer. Fundstück: Millionen durch die Blume.

La Stampa aus Italien beurteilt den möglichen Fiat-Chrysler Deal als einen geschickten Schachzug von Fiat-Chef Sergio Marchionne. Ohne ein finanzielles Risiko einzugehen, eröffneten sich für die Turiner 35 Prozent an Chrysler und der Einstieg zum amerikanischen Markt. Sollte Fiat den Wettlauf, Chrysler rechtzeitig zu sanieren, gewinnen – was Daimler versäumt habe –, wäre dies ein hervorragendes Ergebnis. Doch die aktuellen Probleme in Turin würden so nicht gelöst. Die Krise auf dem italienischen und den weltweiten Märkten bewirke, dass der Verkauf von Autos schneller sinke als die Kosten. Die Unternehmen hätten einen wachsenden Bedarf an Bargeld, der jetzt schnell und vorrangig gestillt werden müsse. In den USA habe noch die Bush-Adminstration beeindruckende Geldmittel für die Branche bereitgestellt; auch Deutschland werde sich, nachdem es die Banken mit Geld versorgt habe, um Opel, BMW, Daimler und Volkswagen kümmern, während Frankreich PSA Peugeot Citroen und Renault unterstütze. Dies führe zu Wettbewerbsverzerrungen, moniert die Zeitung. Zumindest in Europa müsse ein einheitlicher Plan zur Unterstützung gefunden werden, fordert das Blatt. Doch nichts zu unternehmen, sei das Schlimmste – und genau dies sei in Italien der Fall.

motorzeitung.de zweifelt an der Tragfähigkeit der amerikanisch-italienischen Allianz. Zwar überschnitten sich die Märkte und Technologien der beiden Unternehmen erstaunlich wenig, was besser sei als seinerzeit beim Daimler- und Chrysler-Deal; hinzu komme, dass beide Partner aus ihren mehr oder weniger schmerzhaften Erfahrungen mit der Zusammenarbeit von Europäern und Amerikanern gelernt hätten. Dennoch gebe es viele offene Fragen: Was wenn die US-Administration den Ausweg aus der Krise mit Fiat nicht als sicher ansehe; wenn die Amerikaner gar nicht so wild auf Kleinwagen seien, wie die Politiker behaupteten – oder die Implantation von Fiat-Technologie zu lange dauere? „Bringen die 35 Prozent dann Fiat um? (...) Ein Sterbender und ein Kranker wollen sich an einander aufrichten. Das funktioniert in der Regel auch in der Wirtschaft nicht. Sie haben keine Chance. Aber die nutzen sie“, bilanziert das Portal.

Das Wall Street Journal befürchtet, dass die kleinen Fiat-Modelle Chrysler nicht unmittelbar helfen würden, da es lange Zeit dauere, bis neue Modelle für den US-Markt zugelassen werden. „Die größere Frage ist, ob die Amerikaner ihre Fahrgewohnheiten nach der Panik an der Zapfsäule 2008 zum Guten verändert haben. Der Absatz von SUVs ist zwar Ende des Jahres eingebrochen – ebenso jedoch die Verkäufe von Hybrid-Modellen“, erklärt das Blatt. Das „Abenteuer von Fiat“ werde nur dann glücklich enden, falls die Amerikaner wieder lernten, kleine Autos zu lieben – was bei Honda bereits einmal funktioniert habe.

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