Internationale Presseschau vom 1.10.2009
Ken Lewis: Waghalsiger Aufstieg zum Gipfel

Die internationale Wirtschaftspresse hinterfragt den Abschied von Ken Lewis bei der Bank of America und sucht einen Nachfolger. FTD und SZ sehen keine Erholung auf dem Arbeitsmarkt. Paul Krugman stößt eine Debatte über die Verschuldung der USA an. Die International Finance News verfolgt Chinas Expansion auf dem Ölmarkt. Fundstück: Fed-Killer wird Mainstream.

Ken Lewis hat fast ein Jahrzehnt lang die Bank of America geführt, zuletzt unter heftiger Kritik. Zum Jahresende verlässt der 62-Jährige seinen Posten, um in den Ruhestand zu wechseln. Das Wall Street Journal rekapituliert die Amtszeit von Lewis, in der der "Outsider" auf den Gipfel des amerikanischen Bankings gestiegen sei und das Imperium vollendet habe, das sein Vorgänger Hugh McColl Jr. durch die Fusion von BankAmerica und NationsBank vorbereitet habe. "Aber für die Vollendung des Imperiums mussten die Aktionäre und am Ende auch Lewis einen hohen Preis zahlen", analysiert das Blatt und verweist auf die Übernahme von Merrill Lynch, die zwar mutig, aber auch waghalsig gewesen sei. Bis heute sei die Übernahme der Investmentbank wegen angeblich zurückbehaltener Informationen über die Verschuldung von Merrill umstritten.

Die New York Times erkennt in der Personalie die meisterwartete Wirtschafts-Nachricht des Jahres - viele Bekannte des Autors hätten mehrfach ihre Wetten auf den Zeitpunkt von Lewis? Ausstieg verloren. In Zukunft werde es interessant sein zu beobachten, ob sich Lewis? Nachfolger entscheiden werde, die alten Kämpfe auszufechten oder nicht: "Wird er oder sie vor Gericht ziehen, um zu versichern, dass die Merrill-Lynch-Bekanntmachungen zur Fusion ausreichend waren?" Der neue Boss werde sich außerdem mit der plötzlichen Absetzung des BofA-General Counsel im Zuge der Merril-Übernahme beschäftigen: "Was hat der Jurist damals empfohlen, und hat das etwas mit seiner Absetzung zu tun?"

Reuters macht sich Gedanken über den möglichen Nachfolger von Lewis. Der Verwaltungsrat habe jetzt drei Monate Zeit, einen Nachfolger zu finden. Ob dabei ein Investmentbanker den Zuschlag bekommen werde, sei unklar, weil diese Lösung bei der Citigroup nicht gut funktioniert habe. Da John Thain als CEO von Merrill ausgeschieden sei, könnte Brian Moynihan gute Karten haben. Der Jurist sei nach Thains Ausstieg geholt worden, um Merrill zu führen. Andererseits zeige die Tatsache, dass bisher kein Nachfolger bekanntgegeben wurde, wie chaotisch es in der Bank zugehe - und dass Lewis? Abschied vielleicht doch nicht ganz freiwillig gewesen sei. Möglicherweise habe der neue Chairman Walter Massey schließlich dem Druck der Börsenaufsicht SEC, des New Yorker Generalstaatsanwalts, von Richter Jed Rakoff, sowie des halben US-Kongresses und großer Teile der Aktionäre nachgegeben, die alle Lewis? Kopf gefordert hätten.

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