Internationale Presseschau vom 11.8.2009
Conti Schaeffler: Köpfe rollen für den Frieden

Die internationale Wirtschaftspresse hält einen Kompromiss zwischen Schaeffler und Continental für möglich und kommentiert die kommenden Personalwechsel. BusinessWeek diskutiert eine Bad-Bank-Lösung für die Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac. Vedomosti findet russische Staatskonzerne überflüssig. Fundstück: Rien ne va plus.

Wenn nicht alles täuscht, rollen nach der nächsten Aufsichtsratssitzung von Continental am Mittwoch gleich zwei Köpfe: der von Vorstandschef Karl-Thomas Neumann, aber auch der von Aufsichtsratschef Rolf Koerfer, schreibt die Börsen-Zeitung. Unter Hochdruck werde versucht, ein neuerliches Desaster bei der Aufsichtsratssitzung zu vermeiden und Contis Arbeitnehmervertreter zu versöhnen. Sie hätten mit einer Blockadehaltung gegen die Absetzung ihres Chefs Thomas Neumann durch den Schäffler-nahen Aufsichtsratsvorsitzenden Rolf Koerfer gedroht. "Das nach außen ohnehin verkorkste Schaeffler-Bild hätte unter einer drohenden Kampfabstimmung - Arbeitnehmerbank gegen Kapitalseite und Einsatz des Doppelstimmrechts des Aufsichtsratsvorsitzenden - noch mehr gelitten", kommentiert das Blatt. Neumann habe sich beim Kampf um Contis Eigenständigkeit zu weit aus dem Fenster gelehnt und den Großaktionär Schaeffler bewusst vorgeführt. Die Entlassung von Neumann und Koerfer wäre ein Kompromiss zwischen den Unternehmen.

Der bevorstehende Abschied von Neumann und Koerfer werfe die Frage auf, ob die Streitigkeiten bei Conti der Stellung des Unternehmens in der Automobilindustrie schaden könnten, meint die Financial Times . Das Unternehmen bekomme nun den dritten Vorstandschef und Aufsichtsratsvorsitzenden innerhalb eines Jahres. Koerfer sei bereit, von seinem Posten zurückzutreten, um die Wogen zu glätten und mehr Unterstützung für die Ablösung des Conti-Vorstands Neumann zu bekommen. Auf der vergangenen Aufsichtsratssitzung seien Maria-Elisabeth Schaeffler und ihre Verbündeten im Conti-Aufsichtsrat mit dem Versuch, Neumann als Vorstandschef abzulösen, bei den Arbeitnehmervertretung abgeblitzt. "Diesmal wird das Ziel leichter zu erreichen sein", prognostiziert die Zeitung.

Ein Kommentar von Reuters beschäftigt sich mit der Rolle von Ex-Kanzler Gerhard Schröder als Vermittler im Kampf zwischen Conti und Schaeffler und Garant einer Investorenvereinbarung. Schaefflers Versuch, Conti-Chef Neumann loszuwerden, habe nun Schröder wieder auf den Plan gerufen. Dieser habe seine Macht genutzt, um Schaeffler an die Investorenvereinbarung zu erinnern, in der sie Contis Vorstand Unterstützung zugesagt habe. "Schröders Gastauftritt hat einen politischen Beigeschmack", meint Reuters. So kurz vor der Wahl sehe es nach einem Konzept der SPD aus, sich als die wahrer Beschützer von deutschen Arbeitern und Unternehmern vor dem Raubtierkapitalismus zu profilieren. Ob diese Strategie aufgeht, sei äußerst unsicher. "Und das Schicksal der beiden Unternehmen liegt sowieso in der Hand der Banken".

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