Internationale Presseschau vom 12.6.2009
Blackrocks Billionen-Spiel

Die internationale Wirtschaftspresse widmet sich der Übernahme von BGI durch Blackrock. Laut Les Echos sollen Merkel und Sarkozy Europas Führung übernehmen. El Economista ärgert sich über die Gehaltserhöhungen von Managern der angeschlagenen spanischen Sparkasse CCM. ilsole24ore kratzt am Fiat-Image. Fundstück: Formeln gegen den Absturz.

Einer der größten Deals in der Finanzbranche aller Zeiten ist unter Dach und Fach: Blackrock hat Barclays Global Investors für rund 9,6 Milliarden Euro (bar und in Aktien) übernommen. Durch die Transaktion, mit der Barclays im Gegenzug einen Anteil von 20 Prozent an Blackrock erhält, steigt Blackrock zum größten Vermögensverwalter der Welt auf und verwaltet künftig etwa zwei Billionen Euro - das Vierfache des Volumens aus 2004. Der Deal werde die Konsolidierung in der Branche forcieren, erwartet das Wall Street Journal. Die Branche sei zuletzt stark durch sinkende Aktienkurse, die Rückzüge von Investoren und folglich sinkende Gewinne der Vermögensverwalter erschüttert worden. Die neue Allianz sei nicht ohne Risiken. Nach Einschätzung von Analysten habe solch ein riesiger Geld-Manager kaum mehr Raum für Expansion.

Nach Einschätzung eines Fondsmanagers, den der Wirtschaftsdienst Bloomberg im Rahmen einer großen Analyse zum Deal zitiert, wird Barclays durch den Verkauf des Tafelsilbers geschwächt. Hauptanliegen von Barclays sei offenbar, die eigene Kapitalsituation zu verbessern. Der Verkauf von BGI, schreibt Bloomberg, untermauere die neue Strategie, sich verstärkt aufs Investmentbanking zu fokussieren. Der neue Kurs sei im Herbst eingeschlagen worden, als Barclays den Großteil der des Nordamerika-Geschäfts von Lehman Brothers übernommen habe. "Der Verkauf ist ein Teil der riskanten Annahme von CEO John Varley, dass Barclays aus der Kreditkrise als globale Bank mit vollem Service hervorgehen könne, falls sie auf staatliche Hilfen und die damit verbundenen Beschränkungen verzichtet", analysiert Bloomberg.

Der Guardian berichtet, dass sich Barclays-Mitarbeiter auf einen warmen Geldregen freuen können: Sie kassierten umgerechnet mindestens 423 Millionen Euro durch den Deal; allein die Top-Vier-Führungskräfte von BGI, darunter Barclays-Verwaltungsrat Bob Diamond, erhielten Aktien im Wert von 135 Millionen Euro; Banken, die beide Parteien beraten haben, streichen laut Guardian rund 30 Millionen Euro ein.

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