Internationale Presseschau vom 12.8.2009
General Motors setzt alles auf Grün

Die internationale Wirtschaftspresse kommentiert die Spezifikationen des Elektroautos Volt und ist uneins, ob sich GM gegen die Wettbewerber durchsetzen kann. Für die Börsen-Zeitung ist das Kapitalloch bei Sal. Oppenheim mysteriös. Der Financial Express glaubt, dass der Ölpreis wieder über 100 Dollar klettert. Fundstück: Frankenstein in der Bananenrepublik.

Das Elektroauto Volt von Chevrolet (General Motors) werde die gesamte Konkurrenz der Serienhersteller mitsamt dem Prius von Toyota in den Schatten stellen, glaubt das Wall Street Journal. Das Hybridfahrzeug soll im Stadtverkehr nur einen Liter Benzin auf 100 Kilometer oder eine Gallone auf 230 Meilen verbrauchen. Der Automobilkonzern baue auf den Volt, der den Detroitern ein grünes Image verleihen und verlorene Käufer wiederbringen soll. Dies sei einer der wichtigsten Stützpfeiler der Restrukturierungsstrategie. „Die Markteinführung des Sparmodells Ende 2010 verspricht einen Wettbewerb unter den Herstellern im Elektrofahrzeugsegment loszutreten“, hofft das Blatt. Nissan habe bereits diesen Monat seinen vollelektrischen LEAF vorgestellt. Einige Automanager glaubten, dass die Elektroautos in vier Jahren bereits zehn Prozent des Automobilmarkts einnehmen könnten.

Mit dem Volt habe Generals Motors den Marketing-Kampf vorerst gewonnen, könnte aber den Kampf um Marktanteile dennoch verlieren, befürchtet die Financial Times. Einerseits sei der Volt zwar praktischer als seine Konkurrenten von Nissan und dem chinesischen Hersteller BYD. Andererseits werde das neue GM-Modell mindestens 50 Prozent teurer sein als jeder seiner Wettbewerber, und das sogar inklusive der geplanten 7500-Dollar-Subvention vom amerikanischen Staat. Das Zeitalter des Elektroautos für den Massenmarkt sei dank verbesserter Technologien nun fast da. „Die US-amerikanischen Hersteller haben aber ihre Technologieführerschaft eingebüßt“, analysiert das Blatt. Ihr Heimatmarkt – mit dem billigen Benzin, den langen Wegen und der teueren Arbeitskraft – sei eine schlechte Ausgangsbasis. „Diejenigen, die auf Detroit Dominanz bei Elektroautos setzen, sollten sich auf einen Schock vorbereiten“, warnt die Zeitung.

General Motors hat mit den Verbrauchsdaten des neuen Volt-Modells mächtig für Schlagzeilen gesorgt, bemerkt BusinessWeek. Der Verbrauch von ein Liter Benzin auf 100 Kilometer sei beeindruckend – damit werde der Volt seine Konkurrenz locker abhängen, außer vielleicht den vollelektrischen Nissan LEAF sowie Tesla Roadster. „Durch seinen Hybridantrieb kann der Volt aber deutlich längere Strecken zurücklegen, was ein großer Vorteil für das Auto ist“, kommentiert das Blatt. Allerdings könne der Verbrauch je nach Fahrweise sehr stark schwanken, und zwar viel stärker als bei klassischen Autos. Da der Volt seine Batterien beim Bremsen auflade, verbrauche er in der Stadt viel weniger Energie als auf der Autobahn. „Die Verbraucher werden schnell anfangen zu meckern, wenn sie nicht den versprochenen Verbrauch erreichen“, glaubt das Blatt. Daher hänge vieles davon ab, wie die Hersteller die Daten nach außen hin kommunizierten.

Seite 1:

General Motors setzt alles auf Grün

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%