Internationale Presseschau vom 16.10.2009
Goldman Sachs: Charme-Offensive und Mega-Gewinne

Die internationale Wirtschaftspresse kommentiert die Quartalszahlen von Goldman Sachs und hinterfragt die Bemühungen des Instituts um ein besseres Image und mehr Transparenz. The Banker glaubt, dass Schanghai die neue Finanzmetropole wird. CCTVfinance sieht die chinesische Schuhindustrie im Klammergriff. Fundstück: Virus und Wut.
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Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat im dritten Quartal einen Milliardengewinn erzielt und sogar die Erwartungen von Analysten übertroffen. Die Financial Times vergleicht das Quartalsergebnis mit dem des zweiten Quartals und kommt zu dem Ergebnis, dass fast sämtliche „Auslöser“ für „Anti-Goldman-Empörung“ diesmal fehlten: Der Anteil der Vergütungen im Vergleich zu den Nettoerlösen sei um fünf Prozentpunkte auf 43 Prozent gesunken; der Wert im Risiko, der messe, wie riskant die Bank operiert habe, sei ebenfalls gesunken; und auch der Wert der toxischen „Level 3-Assets“ sei um vier Milliarden auf 50 Milliarden Dollar reduziert worden. Fazit des Autors: Der Bank sei sich offenbar ihres angeschlagenen Images bewusst, besonders des „Vampir“-Bildes, das der Journalist Matt Taibbi entworfen habe.

Bloomberg hinterfragt die These von Goldman-Chef Lloyd Blankfein, dass sich die Bilanzierung von Vermögenswerten nach Marktpreisen (mark to market) für Goldman ausgezahlt habe – dies wäre bereits eine Art Frühwarnsystem, um Risiken besser managen zu können. Dieser Ansatz, so Bloomberg, habe zwar dazu beigetragen, dass die Bank das Schlimmste der Kreditkrise überstanden habe. Hauptsächlich habe das Institut jedoch vom Wegfall von Wettbewerbern wie Lehman Brothers sowie dem Klima der niedrigen Leitzinsen und der staatlichen Rettungsleine profitiert. Außerdem stehe Blankfein nicht überall zu seinem Transparenz-Gelübde. So gebe Goldman den Investoren nur abgespeckte Ergebnismeldungen, anders als JP Morgan Chase.

Das Wall Street Journal analysiert die „Charme-Offensive“ von Goldman Sachs. Seit Monaten versuche das New Yorker Institut, besonders durch Pressearbeit das vermeintlich falsche Image zu konterkarieren; Lloyd Blankfein habe sogar Popcorn und Erdnüsse im New Yorker Yankee-Stadion verkauft; diskutiert worden sei über verstärkte Spendenaktivitäten der Firma. Ausgebaut habe Goldman Sachs auch die Lobby-Arbeit in Washington. Allein in den ersten sechs Monaten 2009 seien 1,3 Millionen Dollar dafür ausgegeben worden – mehr als im gesamten Jahr 2005.

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