Internationale Presseschau vom 16.9.2009
Ben Bernanke: Entwarnung mit Fragezeichen

Die internationale Wirtschaftspresse hinterfragt die von Ben Bernanke geschürte Hoffnung auf ein Ende der Rezession in den USA. Von Allmachtsphantasien ist im Zusammenhang mit dem Auftritt von Ferdinand Piëch auf der IAA die Rede. Vedomosti freut sich, dass die Lada-Eigentümer endlich erste Schritte zur Sanierung des Konzerns unternehmen. Fundstück: Millionäre sterben aus.

Federal Reserve-Chef Ben Bernanke und US-Präsident Barack Obama rufen das Ende der Rezession aus, berichtet die britische Financial Times . Die Rezession sei "sehr wahrscheinlich vorüber", zitiert das Blatt den Zentralbanker. Im Vorfeld der Äußerungen seien überraschend gute Zahlen für den US-Einzelhandel im August vorgestellt worden. Zwar sei durch die Abwrackprämie ein Wachstum erwartet worden, aber auch andere Ausgaben hätte zugelegt, weshalb der Einzelhandel am Ende 2,7 Prozent mehr Einnahmen verzeichnet habe. Einige Experten seien jedoch skeptisch und verwiesen darauf, dass der Schulanfang im August automatisch zu höheren Konsumausgaben führe. Es bleibe abzuwarten, ob aus dem starken Konsum auch ein Trend werde. Für 2010 erwarte Bernanke ein für US-Verhältnisse moderates Wachstum von rund drei Prozent.

Bernankes Äußerung zum Ende der Krise sei die optimistischste Einschätzung, die er der US-Wirtschaft in der aktuellen Lage gegeben habe, schreibt BusinessWeek. Bereits vor einem Monat habe der Zentralbankchef auf einer Fed-Konferenz von einer leichten Erholung für die Wirtschaft gesprochen. "Diesmal erklärte Bernanke die Rezession für beendet, auch wenn wenn er die Hoffnungen auf sinkende Arbeitslosigkeit für 15 Millionen Amerikaner ohne Job zerstreut hat", meint das Blatt - das Wachstum werde zu gering sein, um neue Jobs zu schaffen. Es werde bis zu fünf Jahren dauern, bis die Arbeitslosenquote wieder bei fünf Prozent angekommen sei. In diesem Jahr werde die Arbeitslosigkeit aller Voraussicht nach sogar noch auf zehn Prozent steigen und so am Nachkriegsrekord von 10,8 Prozent kratzen.

Schlechte Kreditbedingungen und ein schwacher Arbeitsmarkt könnten die größten Herausforderungen auf dem Weg aus der Rezession sein, schreibt das Wall Street Journal. Auch wenn die konjunkturelle Erholung komme, werde die Wirtschaft noch lange einen ziemlich schwachen Eindruck hinterlassen, zitiert das Blatt Fed-Chef Bernanke. Die Gefahr sei, dass das Wachstum nicht ausreiche, um die Arbeitslosigkeit einzudämmen. Besonders wichtig für die Konjunktur seien die steigenden Konsumausgaben, da sie mehr als zwei Drittel der amerikanischen Wirtschaftsleistung ausmachten. Um die Amerikaner zum Kaufen anzuregen, hätten einige Staaten sogar Steuervergünstigungen für den Monat August erlassen.

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