Internationale Presseschau vom 17.7.2009
CIT: Dramatische Kettenreaktion droht

Die internationale Wirtschaftspresse warnt vor den Folgen eines Kollaps' des US-Mittelstandsfinanzierers CIT. BusinessWeek erkennt eine Zeitbombe bei Unternehmenskrediten. Cinco Días sieht kein Licht am Ende des Tunnels im spanischen Textilsektor. Der Economist erklärt, warum China wieder auf der Überholspur fährt. Fundstück: Mike gegen Goldiath.

Zwei Milliarden Dollar muss der US-Mittelstandsfinanzierer CIT in den nächsten Stunden auftreiben, um einen Absturz zu vermeiden. Die Verhandlungen mit der Regierung wurden abgebrochen - erstmals seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers im September 2008 versagt die US-Regierung einem wankenden Riesen ihre Hilfe. Die New York Times kritisiert den riskanten Kurs der US-Regierung und warnt vor den Kollateralschäden durch die Pleite der CIT im gesamten Finanzsystem. "Da unser Finanzsystem unterkapitalisiert ist, könnte ein Bankrott von CIT größere Sorgen über die Gesundheit anderer mittelgroßer Kreditgeber auslösen." Angesichts der anhaltenden Krise und der noch zahlreichen "Landminen", die für weitere Pleiten sorgen könnten, solle die Regierung besser große Kapitalspritzen aufziehen, um alle unterkapitalisierten Institute zu versorgen. "Sollte dafür privates Kapital nicht verfügbar sein, dann könnte die Rekapitalisierung durch Steuergeld-Fonds erfolgen, im Tausch gegen Equity zu Marktpreisen." Fazit: Es sei ein Fehler, CIT isoliert zu betrachten - Notfallpläne für eine komplette Rekapitalisierung des Finanzsystems seien dringend erforderlich.

Das Wall Street Journal warnt vor einer dramatischen Kettenreaktion bei den kleinen und mittleren US-Firmen, die mehr als die Hälfte zum Bruttoinlandsprodukt beitrügen - sie steckten plötzlich in einer "Finanzierungsklemme", zu einem Zeitpunkt, da die Nation gerade kleine Betriebe benötige, um Arbeiter einzustellen, die Produktion anzukurbeln und die Wirtschaft aus der Rezession zu führen. "Daher geht es bei der staatlichen Hilfe für die CIT-Gruppe nicht nur darum, ein weiteres, weniger stark leuchtendes Finanz-Licht der Wall Street zu retten; das ist ein Referendum darüber, wofür Bailouts gedacht sind, wem sie dienen und was sie bezwecken sollen." Fazit des WSJ: Den Geldstrom in diesen wichtigen Wirtschaftssektor zu unterbrechen, wäre eine Katastrophe.

Das Reuters-Wirtschaftsblog DealZone glaubt nicht, dass andere Kreditgeber die CIT retten werden - dieser Vorschlag klinge hohl in einer anhaltenden Rezession. Weder Investmentbanken noch Private-Equity-Firmen wären an einer Hilfe für CIT interessiert. Gleichwohl spricht sich Reuters auch gegen staatliche Hilfe aus. "Die Bemühungen der Regierung, Bankrotte in der Finanz- oder Autowirtschaft zu vermeiden oder zu managen, haben bestenfalls zu einer Ineffizienz bei der Beseitigung des Unrats aus den Boom-Jahren geführt. Im schlimmsten Falle wurde das Vertrauen von Investoren zerstört."

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