Internationale Presseschau vom 19.11.2008
Führungslos und planlos

Die internationale Wirtschaftspresse sucht einen Nachfolger für Yahoo-Chef Jerry Yang und rechnet mit einem neuen Übernahmeangebot von Microsoft. Die Süddeutsche sucht in Asien nach Opel-Investoren. Für Les Echos ist das Revirement an der Carrefour-Spitze eine Zäsur. La Nacion sorgt sich um Paraguays Wasser. Fundstück: Ziegen-Kipper für die Kehle.

Nach dem Rücktritt von Yahoo-Chef Jerry Yang macht sich All Things Digital, das Tech-Blog des Wall Street Journal, Gedanken über den möglichen Nachfolger. Der "Traumkandidat" sei der COO und President von News Corp., Peter Chernin. Der Top-Manager von Rupert Murdoch sei erfahren darin, große und komplexe Organisationen zu führen, sei klüger als die meisten in den Medien, was das Internet betrifft, schrecke nicht davor zurück, die notwendigen drastischen Entscheidungen zu treffen - und habe vor allem kürzlich angedeutet, dass er eine neue Herausforderung suche. Als weitere Kandidaten für den Yahoo-Chefposten hat das Blog u.a. Yahoo-Präsidentin Sue Decker, die frühere Microsoft-Managerin Maggie Wilderotter, Ex-Yahoo-COO Dan Rosensweig sowie die frühere Ebay-Chefin Meg Whitman im Auge.

Das Technologiemagazin Wired rechnet nicht damit, dass Yahoo tatsächlich einen Nachfolger für Yang aufstellen werde. Da die Firma gegenüber Google bei der Internetsuche Boden verloren habe und das Anzeigengeschäft wegen der globalen Finanzkrise "keucht", sei es kaum vorstellbar, dass sich jemand diesem "Missbrauch" stellen könnte. Stattdessen sei damit zu rechnen, dass Microsoft bis Thanksgiving ein Übernahmeangebot von 20 Dollar pro Aktie vorlegt. Yang wiederum sei im Rückblick weniger ein Visionär als vielmehr ein High-Tech-Unternehmer wie früher Ken Olsen von Digital Equipment gewesen, der nicht rechtzeitig erkannt habe, dass seine Zeit abgelaufen sei.

Die Welt begrüßt den Rücktritt von Yang, kritisiert jedoch, dass dessen Erkenntnis, dem Posten nicht gewachsen zu sein, zu spät gekommen sei. Die schwache Konjunktur in vielen Ländern werde an dem Unternehmen nagen, und in einer solchen Phase zunächst führerlos zu sein, sei schlecht. "Daher richtet sich in den kommenden Tagen die Aufmerksamkeit nicht auf die Suchfunktion der Yahoo-Website. Stattdessen steht die Personalberatung Heidrick & Struggles im Rampenlicht, die den Yangs Nachfolger finden soll. Das Internet dürfte dabei nur wenig hilfreich sein."

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