Internationale Presseschau vom 19.8.2009
Schaeffler Conti: Ende einer Seifenoper

Die internationale Wirtschaftspresse kommentiert Schaefflers Einigung mit den Gläubigerbanken auf eine Finanzierung der Conti-Übernahme. Die FTD warnt vor politischen Gegengeschäften bei der Wadan-Rettung. Cash verteidigt das Engagement von Viktor Vekselberg bei Sulzer. Dagens Industri rechnet den Saab-Verkauf durch. Fundstück: Bericht vom Knast-Parkett.

Nach Volkswagen und Porsche neige sich auch die zweite „wirtschaftliche Seifenoper“ Deutschlands um die Hauptdarsteller Schaeffler und Continental dem Ende zu, schreibt die britische Financial Times. Die Gläubigerbanken des Familienunternehmens Schaeffler hatten dem Unternehmen gestern eine großzügige Kreditverlängerung gewährt. Damit sei die Tür für eine vollständige Fusion der beiden Automobilzulieferer zwar offen, allerdings sei die Rückzahlung der Schulden nur aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. Über der Integration von Schaeffler und Conti hingen weiterhin dunkle Wolken, schließlich sei es unklar, ob das Konsortium die Verbindlichkeiten irgendwann überhaupt begleichen könne.

Conti müsse Schaeffler ja fast schon dankbar sein, meint die Börsen-Zeitung – nach der Einigung zwischen Schaeffler und den Gläubigern habe die Continental-Aktie ein Kurssprung von 17 Prozent hingelegt. Damit sei die Herabstufung von Conti durch eine Ratingangentur auf vier Plätze unter Investment Grade fast in Vergessenheit geraten. Die Zinslasten seien durch die Ratingverschlechterung um 30 bis 40 Millionen Euro gestiegen. „Im dritten Quartal wird es sowieso noch einmal ganz eng“, prophezeit das Blatt. „Zu eng, erwarten einige, sodass erneut mit den Banken verhandelt werden muss.“ Jetzt zeichne sich ab, dass Schaeffler durch eine kreditmäßige Entlastung des operativen Geschäfts Vorbereitungen für die angestrebte Fusion treffe. „Es scheint die bemerkenswerte Logik zu gelten, dass die Banken Schaeffler schon allein nicht fallen lassen können - und ein Konglomerat aus Schaeffler und Continental gleich zweimal nicht“, resümiert das Blatt.

Der neue Eigentümer Schaeffler werde nach der Einigung mit den Banken noch unbequemer für Continental, kommentiert die Süddeutsche Zeitung. Weil Schaeffler die Banken zu einem Stillhalteabkommen habe bewegen können, laufe bei Conti nichts mehr ohne die Franken. „Für Schaeffler kommt die Einigung einem Durchbruch gleich“, meint das Blatt. Schließlich herrsche bei dem jetzt festgeschriebenen Konzept endlich Planungssicherheit. Mit anderen Worten: „Schaeffler muss nicht mehr damit rechnen, dass die Banken spontan den Geldhahn zudrehen.“ Die beiden Unternehmen hätten also Zeit gewonnen, um gemeinsam neue Produkte zu entwickeln. Mit diesen Produkten wollten beide Unternehmen nach dem Ende der Wirtschaftskrise vom Wirtschaftsaufschwung profitieren. „Wenn das gelingt, kommt Geld in die Kasse, mit dem man wiederum die Kredite zurückzahlen kann“, schreibt das Blatt.

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