Internationale Presseschau vom 20.1.2009: Obamas 1 000-Milliarden-Dollar-Walzer beginnt

Internationale Presseschau vom 20.1.2009
Obamas 1 000-Milliarden-Dollar-Walzer beginnt

Die internationale Wirtschaftspresse analysiert zur Vereidigung des neuen US-Präsidenten Barack Obama dessen wirtschaftspolitische Pläne: Business Week glaubt, dass sein Programm die US-Wirtschaft erschüttern wird. Im Standard vermisst US-Ökonom Rifkin dagegen einen Masterplan. Das Manager Magazin feiert Obama als neuen CEO der USA. Fundstück: Mrs. O und die Rettung der US-Modeindustrie.

„Barack Obamas kühnes Programm zur Stimulierung der Wirtschaft, seine Pläne für Reformen und Regulierungen werden jedes Unternehmen und jede Fabrik erschüttern“, ist sich Business Week aus den USA sicher. Der neue Präsident habe unmissverständlich klar gemacht, dass sich die USA es sich nicht nur leisten könne, die vielen Probleme gleichzeitig anzugehen, sondern dass sich das Land es nicht leisten könne, es nicht zu tun. „Die führenden Köpfe der Wirtschaft werden in Washington ein vollkommen anderes politisches Klima vorfinden. Sie werden nicht nur mit neuen Gesichtern konfrontiert, sondern wahrscheinlich mit der aktivsten Regierung seit Jahrzehnten, das wird auf jedes, aber auch jedes Unternehmen Auswirkungen haben. Washington wird in den kommenden Jahren das Wirtschaftszentrum schlechthin sein.“

„Heute wird gefeiert, morgen müssen Opfer erbracht werden“, warnt die Globe and Mail vor zu großen Hoffnungen in Barack Obama. Am vergangenen Sonntag habe der neue US-Präsident in einer TV-Show deutlich gemacht, dass die Ausgaben des Finanzministeriums angesichts des Billionen-Dollar-Defizits reformiert werden müssten – „und Reformen bedeuten Kürzungen.“ Und hier dürfte die neue US-Regierung, so die Vermutung der kanadischen Zeitung, alle Amerikaner in die Pflicht nehmen. Rahm Emanuel, angehender Stabschef, habe gefordert, dass unter Obama das herkömmliche Wertesystem, das Verantwortung respektiere und ehre, wieder hergestellt werden müsse, und dass „Opfer nötig sein werden, um die US-Wirtschaft zu ihrer Größe zurückzuführen.“ Damit sei klar, welche Schlüsselthemen die heutige Rede Obamas zu seiner Vereidigung enthalte: „Persönliche Verantwortung und Verlässlichkeit.“

„Der wirtschaftliche Umschwung wird Barack Obama gelingen“, gibt sich die Times aus London überzeugt. Das sein Stimulierungspaket über 825 Milliarden Dollar den Congress passiere, sei gewiss: „Die Demokraten werden es nicht wagen, ihren neuen Präsidenten einen Korb zu geben, und die Minderheit der Republikaner, die von Obamas Plan der Steuerkürzungen entzückt sind, haben keine Stimmgewalt.“ Überhaupt werde Obama fast alles bekommen, was er wolle, einfach weil sich die wirtschaftliche Lage immer weiter verschlechtere. „In gewissem Maße lässt Obamas Plan die Antidepressionsmaßnahmen von Franklin D. Roosevelt aussehen wie Wechselgeld. Er ist zwar nur halb so groß, gemessen an der Größe der US-Wirtschaft, doch Obama startet auf einem viel höheren Niveau.“ Dabei könne Obama Glück haben: Der Kreditmarkt erhole sich, der Handel mit Wertpapieren zeige wieder erste Lebenszeichen, und der Handel mit Hypotheken gestützten Sicherheiten ziehe auch wieder an.

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