Internationale Presseschau vom 21.8.2009
China rollt den Finanzmarkt auf

Die internationale Wirtschaftspresse widmet sich dem Aufstieg der chinesischen Banken. Forbes fordert, dass die Aufsichtsräte die Boni-Probleme lösen. Im Manager Magazin setzt der VW-Chef ehrgeizige Porsche-Ziele. ilsole24ore zeichnet ein düsteres Bild des Immobilienmarkts in Italien. Fundstück: Böse Banker in Bildern.

Die Finanzpresse widmet sich dem Aufstieg der Chinesen auf dem Bankenmarkt. Die nach Marktkapitalisierung schon weltgrößte Bank Industrial & Commercial Bank of China (ICBC, 162 Milliarden Euro) will auch die profitabelste und am meisten respektierte Bank werden, analysiert die Financial Times . Gestern habe die Bank, an der unter anderen der Münchener Finanzkonzern Allianz, die US-Bank Goldman Sachs und der US-Kreditkartenanbieter American Express beteiligt sind, einen weiteren Schritt in diese Richtung unternommen: Ungeachtet der Finanzkrise habe die Bank im ersten Halbjahr den Gewinn um drei Prozent auf umgerechnet 6,8 Milliarden Euro erhöht - und die Erwartungen von Analysten übertroffen. Wie stark die Bank sei, zeige die Eigenkapitalrentabilität, die in diesem Jahr erwartungsgemäß bei 19 Prozent liegen werde, besser als bei Goldman Sachs (16 Prozent). Wie stark die Bank schon respektiert werde, sei zwar seine Frage für die Marketing-Abteilung. Gleichwohl habe sich nur einer von 33 Analysten erdreistet, ein "Sell" auszusprechen.

Die Bank of China, Chinas drittgrößte Bank, greift die britischen Banken vor der eigenen Haustüre an, berichtet Bloomberg Das Institut ist laut Xixu Sun, Chef der 250-köpfigen britischen Bankensparte, auf der Suche nach "erstklassigen Kunden", die dennoch von den britischen Instituten keine Hypothekenkredite mehr bekommen. Im Juni sei die Zahl der Kreditzusagen auf 48.000 gesunken, die Hälfte des Durchschnittswerts der Jahre 2003 bis 2007. Aktuell verwalteten die Chinesen in Großbritannien Assets im Wert von sieben Milliarden Pfund.

Das Wirtschaftsblatt aus Österreich erweitert den Themenfokus und hinterfragt den "Heißhunger auf teure Delikatessen" der Regierung in Peking. Die Gesandten der Volksrepublik seien auf Weltreise, um exotische Ingredienzien aufzukaufen: Landwirtschaftliche Produkte in Afrika, Rohstoffe in Australien, Energieträger in Zentralasien - fast bekomme man den Eindruck, Chinas Machthaber seien dabei, ihre Version der Acht Schätze zu kochen: mit Erdöl, Uran, Kupfer, Weizen, Gold und Stahl. Einerseits sei der chinesische Appetit verständlich, da die Wirtschaft regelmäßig gefüttert werden müsse, damit sie wachse; die Kommunistische Partei sitze auf einem riesigen Geldberg, der unproduktiv in diversen Tresoren schlummere, anstatt für die chinesische Sache zu arbeiten. Andererseits müsse China die Befürchtungen im Ausland, das Land könnte mit der Akquisition auch andere, politische, Ziele verfolgen, erst zerstreuen. Fazit: "Und so lange die kommunistischen Machhaber diese Befürchtungen nicht überzeugend entkräften können (und danach sieht es derzeit nicht aus, ganz im Gegenteil), werden sie weiter ihren süß-sauren Dollar-Brei löffeln müssen."

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