Internationale Presseschau vom 22.6.2009
Xstrata Anglo American: Milliarden-Hochzeit im Bergbau?

Die internationale Wirtschaftspresse diskutiert die mögliche Fusion der Bergbautitanen Xstrata und Anglo American. Das Barron?s Magazine und 24/7th Wall Street.com streiten sich über die Qualitäten von Yahoo-CEO Carol Bartz. Vedomosti gratuliert Lukoil zum erfolgreichen Einstieg bei einer niederländischen Raffinerie. Fundstück: Der CEO, der über eine Brustvergrößerung stolperte.

Eine Fusion des Schweizer Bergbaukonzerns Xstrata mit dem britisch-südafrikanischen Konkurrenten Anglo American auf Augenhöhe - das ist nach Auffassung der Financial Times kaum möglich: "Der Marktwert von Anglo American hat in letzter Zeit nachgegeben und ist derzeit bei ungefähr 20 Milliarden Pfund angekommen, nur deshalb kann Xstrata einen Zusammengang in Erwägung ziehen." Anglo American scheine aber auch in einer schwächeren Position zu sein, weil das Unternehmen derzeit auf die Refinanzierung von Schulden, das Einfrieren von Investitionen und die Kürzung der Dividenden setze, wohingegen Xstrata soeben neues Kapital aufgebracht habe. "Doch der Deal wird nicht ohne die Zustimmung der südafrikanischen Behörden zustande kommen: Die Regierung des Landes steht Übernahmen, insbesondere aus dem Ausland, ablehnend gegenüber." Aus ihrer Sicht könnten ein möglicher Stellenabbau sowie der von Xstrata erst kürzlich erworbene 25-Prozent-Anteil an dem Platin-Förderer Lonmin ein Hindernis sein. "Was immer Xstrata plant, die Schweizer scheinen das Blut von Anglo-American gerochen zu haben und schleichen sich jetzt an wie ein Leopard. Doch Anglo American sollte sich nicht täuschen lassen - und auf einer teuren Übernahme bestehen - mit Aufpreis."

"Die Hochzeit der beiden Titanen würde Xstrata und Anglo American zum Weltmarktführer bei der Förderung von Grundmetallen machen (erste Position bei Zink, zweite bei Kupfer, vierte bei Nickel) und zur Nummer Eins bei der Produktion von Platin, Exportkohle und Chromeisenerz. Und in der Förderung von Eisenerz und Kokskohle würde das Unternehmen zu den Top-Five zählen", konstatiert die New York Times . "Die Bergbaubranche hat in den letzten Jahren herbe Einbrüche hinnehmen müssen, weil die Nachfrage nach Rohstoffen im Zuge der globalen Krise gesunken ist. Viele Unternehmen kämpfen mit Schulden und zu hohen Kapazitäten, Fusionen bieten da einen Weg, um Kosten zu reduzieren und sich zu konsolidieren." Die Transaktion zwischen den beiden würde sowohl aus finanzieller als auch als strategischer Sicht Sinn machen. Doch sei fraglich, ob die politische Lage in Südafrika und die Unsicherheit im Land nicht den Deal behindern können. Auch die Volatilität an den Kapital- und Verbrauchsgütermärkten mache es derzeit schwer, den tatsächlichen Wert der beiden Unternehmen einzuschätzen.

Das Wall Street Journal sieht für Xstrata und Anglo American große Hürden auf dem Weg zum gemeinsamen Unternehmen. "Xstrata bietet den Anteilseignern von Anglo American keinen Aufpreis für seine Aktien. Auch das Bestreben, im Management der neuen Firma die Führung übernehmen zu wollen, könnte den Enthusiasmus bei Anglo American dämpfen." Das Angebot der Schweizer zeige, in welch große Bedrängnis der Bergbau inzwischen geraten sei: "Die Preise für Metalle und Mineralien liegen 30 bis 50 Prozent unter den Preisen vor einem bis anderthalb Jahren." Kleinere Firmen wie Xstrata versuchten offenbar zu wachsen, um mit größeren Konkurrenten wie BHP oder Rio Tinto mithalten zu können. Für Xstrata würde der Zusammengang mit Blick auf mögliche Kostenreduzierungen Sinn machen. "Aus der Sicht von Anglo American liegen die Vorteile nicht so klar auf der Hand. Insider meinen, dass sich für sie die Kostenersparnis in Grenzen hält." Und letztlich könne man den Schweizern auch Opportunismus vorwerfen: "2007 zog Anglo American in Erwägung, Xstrata zu kaufen. Nun, wo der Marktwert der Schweizer gestiegen ist, mutet ihr Angebot tatsächlich opportunistisch an."

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