Internationale Presseschau vom 22.9.2009
Dell Perot: Die Aktionäre dürfen wütend sein

Die internationale Wirtschaftspresse diskutiert die Übernahme des IT-Dienstleisters Perot Systems durch den Hardwarehersteller Dell. Financial Times Deutschland und Vedomosti streiten sich um Managergehälter. Der Financial Express stellt eine Agenda für das G20-Treffen Ende der Woche auf. Fundstück: Unternehmer verklagt Russland.

Aus Sicht der Financial Times ist der Kaufpreis, den Dell für Perot Systems zahlt – rund 3,9 Milliarden Dollar –, viel zu hoch. „Dass bei dem Deal eine Perot-Aktie 63 Prozent höher als beim Rekordstand im September 2008 bewertet wurde, spricht nicht für für ein gesundes Kerngeschäft beim Hardwarehersteller“, schreibt das Blatt. Es gebe zwei mögliche Beweggründe: Entweder habe Dell einfach zu viel Geld. Oder Dell hoffe, mehr Hardware an Perot-Kunden verkaufen zu können. Allerdings habe dieses Konzept schon bei der Übernahme des Dienstleisters EBS durch Hewlett-Packard für 14 Milliarden Dollar nicht gefruchtet. „Es ist schwer ein zweites Imperium aufzubauen, wenn das erste wankt“, resümiert das Blatt.

Mit Übernahme des IT-Dienstleisters Perot Systems setze der Computerhersteller rund 3,9 Milliarden Dollar auf Obamas Gesundheitssystem, schreibt das Wall Street Journal – Perot Systems mache die Hälfte seines Umsatzes mit Krankenhäusern. Rund 20 Milliarden Dollar würden allein für die Umstellung auf elektronische Patientenakten veranschlagt. Dell habe mit diesem Schritt versucht, sein Geschäftsmodell zu diversifizieren. „Es ist zwar riskant, sich auf staatliche Initiativen als Geschäftsgrundlage zu verlassen“, schreibt das Blatt – angesichts der hohen Arbeitslosigkeit könnte der Kongress die Aufträge kippen, da das Unternehmen große Teile der Entwicklungsabteilungen ins Ausland ausgelagert habe. Allerdings habe Gründer und Milliardär Ross Perot gute Verbindungen zur Regierung, die für ein Viertel seines Umsatzes sorge.

Die Dell-Aktionäre können wütend sein, denn Dell habe für Perot Systems einen enormen Aufschlag in Kauf genommen, schreibt das Portal DailyFinance. Allerdings habe der Gründer Michael Dell auch kaum Alternativen an Übernahmekandidaten gehabt. Außerdem sei die Profitabilität im Hardware-Verkauf an Privatkunden und Kleinunternehmen bedrohlich gesunken. Das Unternehmen sei an einem Punkt angelangt, an dem es kaum noch Geld mit seinem Kerngeschäft erwirtschaften könne. „Daher ist es an der Zeit für einen Plan B gewesen: sich wieder in die Profitabilität zurückzukaufen“, schreibt das Blatt. Perot habe in jüngster Zeit jedoch Probleme mit dem Wachstum, da sich eine starke Konkurrenz rund um IBM, HP und Infosys formiert habe. „Offensichtlich glaubt Dell jedoch, dass Perot etwas hat, was Dell zum Wachsen braucht“, vermutet die Zeitung.

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