Internationale Presseschau vom 23.10.2009
Der Kampf der Smartphone-Giganten

Die internationale Wirtschaftspresse sucht nach Nokias Motiven für die Patentklage gegen den Hauptkonkurrenten Apple. Die Financial Times Deutschland begrüßt den Forderung von Schwarz-Gelb nach einer europäischen Ratingagentur. Vedomosti rätselt über die russische Pipeline-Strategie. Fundstück: Rolling Stones für Merkel und Westerwelle.
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Nachdem Nokias Verkaufszahlen in den USA durch das iPhone unter Druck gerieten, hätten die Finnen ihre Anwälte als neue Waffe gegen den Konkurrenten Apple entdeckt, mutmaßt das US-Wirtschaftsmagazin Forbes. Nokia werfe Apple vor, mit dem iPhone seine Patente für GSM, UMTS und drahtloses Internet zu verletzen. Witzigerweise seien die Patente, um die es geht, meilenweit von dem entfernt, was den Erfolg des iPhones gegenüber den NokiaGeräten ausmacht, wie beispielsweise die Software für den Apps-Store. Im günstigsten Falle könnten die Finnen einen Lieferstopp für Apples Smartphones in den USA bewirken. Wahrscheinlicher sei jedoch ein finanzieller Vergleich oder ein Lizenzaustausch. Analysten gingen davon aus, dass Apple eine Gegenklage bewirken könnte, etwa wegen Nokias Musikportal Ovi - das sehr stark Apples iTunes ähnele -. um eine bessere Verhandlungsposition zu erzielen.

Während Apple Nokia das Leben auf dem Handymarkt schwer mache, versuche Nokia es umgekehrt im Gerichtssaal, schreibt BusinessWeek über Nokias Patentklage gegen Apple. Die Finnen werfen Apple vor, mit Nokias Innovationen unrechtmäßig Geld zu verdienen, ohne dafür bezahlen zu wollen. "Neben dem Versuch, Lizenzgebühren von Apple zu bekommen, könnte Nokia mit dieser Klage versuchen, über einen außergerichtlichen Vergleich an Apple-Technologien zu kommen", vermutet das Magazin. Einige Analysten vermuteten außerdem, dass Nokia einer ähnlichen Klage der Amerikaner zuvorkommen wollte. Nokia plane, bald ein Gerät auf den Markt zu bringen, mit einigen Eigenschaften, die von Apple patentiert worden seien. Wie auch immer die Auseinandersetzung ausgehe, eine Gefahr für Apples Geschäft gebe es nicht, schließt BusinessWeek.

Das Problem an der Marktführerschaft sei, dass es eigentlich nur noch einen Weg gebe - den nach unten, schreibt Fortune zum Dilemma von Nokia. Im vergangenen Jahr habe Apple seinen Marktanteil bei Smartphones weltweit auf 12 Prozent verdoppelt, während Nokia drei Punkte auf 40 Prozent eingebüßt habe. In den USA halte sich Nokia mit drei Prozent Marktanteil gerade so über Wasser, während die iPhones fast ein Viertel des Marktes abdeckten. Apple habe ein Gerät geschaffen, das so perfekt sei, dass es die Standards setze, an denen andere Geräte zu messen seien. "Es ist einfach nachzuvollziehen, warum der Telekommunikationsgigant, der nach eigenen Angaben 60 Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung versenkt hat und den Smartphones zum Durchbruch verhalf, Apple zum Teilen seines Reichtums zwingen will", meint das Blatt.

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