Internationale Presseschau vom 24.6.2009
Das Elektroauto kommt – vielleicht

Die internationale Wirtschaftspresse kommentiert die Kredite der US-Regierung für Ford, Nissan und Tesla und wägt Chancen und Risiken grüner Autos ab. Financial Times und Daily Finance schütteln den Kopf über Boeings Probleme mit dem Dreamliner. Vedomosti verfolgt Ikeas Rüge für Russlands Bürokraten. Fundstück: Reiche Russen jagen Piraten.

Die Autohersteller Ford, Nissan und Tesla erhalten von der US-Regierung Kredite in Höhe von insgesamt acht Milliarden Dollar, zur Entwicklung und Produktion energiesparender Autos. Das Wall Street Journal zweifelt daran, ob die Autokäufer künftig ausreichend Interesse an batteriebetriebenen Fahrzeugen haben. Mit den Milliarden aus dem staatlichen Hilfsprogramm lieferten sich die Hersteller ein Wettrennen um die Einführung des Elektroautos, obwohl unklar sei, wann der Markt überhaupt reif für diese Art von Autos sein werde. "Elektrofahrzeuge sind meistens kleiner als die von den amerikanischen Käufern bevorzugten Modelle", schreibt das Blatt. Außerdem erfordere der Ladevorgang und der mögliche Batterieersatz eine Infrastruktur an Händlern, Ladestationen und Reparaturwerkstätten, die es so noch nicht gebe. Außerdem könnte bereits ein geringer Preisnachteil gegenüber einem kleinen Benzinmodell die Verkäufe schrumpfen lassen - "besonders wenn die Benzinpreise weiterhin moderat bleiben", schreibt die Zeitung. Der Absatz des Toyota Prius-Hybridfahrzeugs sei bereits, nach einem kurzen Verkaufsboom während der Preisexplosion bei Benzin, wieder eingebrochen.

Mit dem Geld aus dem amerikanischen Staatsfond können die Hersteller Nissan, Ford und Tesla die Kosten für die Umrüstung ihrer Fabriken auf die Herstellung effizienterer Autos decken, freut sich die Washington Post . "Der Umbau der amerikanischen Autoindustrie ist nicht leicht, aber machbar", zitiert das Blatt die verantwortliche Energiesekretärin. Ford könne durch diesen Kredit mehr als ein Dutzend Modelle sparsamer machen. Nissan und Tesla würden durch ihre zusätzlichen Investitionen in die Herstellung von vollwertigen Elektroautos neue Arbeitsplätze schaffen. Insgesamt könne die amerikanische Autoindustrie auf Hilfen in Höhe von 25 Milliarden Dollar hoffen. Derzeit werde sogar eine Erweiterung des Fonds auf 50 Milliarden Dollar diskutiert. Auch Chrysler und GM hätten sich um die Finanzhilfe beworben, allerdings stünden die Mittel nur gesunden Herstellern zur Verfügung.

"Kann Tesla zu einem echten Autohersteller werden?", fragt BusinessWeek. Sogar mit 465 Millionen Dollar Unterstützung aus dem staatlichen Fond habe das mutige Start-Up einen steinigen Weg vor sich. "Tesla steht vor der gewaltigen Aufgabe, echtes Geld zu verdienen, um massentaugliche Autos entwickeln zu können", schreibt das Blatt. Teslas Leistung, mit nur 200 Millionen Dollar Startkapital ein funktionierendes Elektroauto entwickelt zu haben, sei beeindruckend. Die größte Herausforderung sei aber die unvorhersagbare Nachfrage nach Elektroautos. "Wenn Teslas massentaugliche Limousine auf den Markt kommt, wird die Konkurrenz von Nissan, Toyota, Chrysler und GM eigene Hybridfahrzeuge im Angebot haben, die dieselben Kunden ansprechen", ahnt das Blatt. Vielversprechend seien dagegen Teslas Pläne, seine Antriebssysteme anderen Herstellern anzubieten. Fazit: "Für den Steuerzahler sind die 465 Millionen jedenfalls ein riskanter Einsatz".

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