Internationale Presseschau vom 26.8.2008
Kranich im Aufwind

Die internationale Wirtschaftspresse glaubt, dass die Lufthansa die besten Chancen im Rennen um Austrian Airlines hat. Die Nesawissimaja Gaseta sorgt sich um das Image Russlands. Roland Berger sagt den Tod von Chrysler voraus. Die Washington Post fordert, dass Barack Obama beim Parteitag zeigt, wohin er das Land führen würde. Fundstück: Latex sorgt für richtige Länge.
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Nach Recherchen der Zeitung Die Presse aus Österreich haben fünf Fluglinien Interesse an Austrian Airlines (AUA) bekundet: Die Lufthansa gelte sowohl bei der Österreichischen Industrieholding AG (ÖIAG), dem staatlichen Mehrheitsaktionär, als auch beim AUA-Vorstand als Favoritin; daneben seien Air France-KLM, Turkish Airlines, Air China und die sibirische S7 Airlines im Rennen. "Erleichtert über die Bieterliste dürfte vor allem die ÖIAG sein: Kann sie doch den Vorwurf entkräften, dass der Deal mit der Lufthansa längst paktiert sei und die anderen Bewerber nur als Staffage dienten", schreibt die Zeitung. Für die Lufthansa spreche die schon jetzt bestehende enge Kooperation; ein Minuspunkt sei indes die Überschneidung der Strecken in Europa. "Die hohe Kompetenz der AUA in Osteuropa würde also der Lufthansa nicht so viel bringen."

Die Financial Times Deutschland erwartet einen Zweikampf zwischen Lufthansa und dem großen europäischen Konkurrenten Air France-KLM - dass in Wien das Gerücht gestreut werde, es gebe eine ganze Reihe anderer ernsthafter Interessenten, solle nur den Preis für AUA in die Höhe treiben. Das Hauptinteresse der Franzosen liege weniger darin, die eigene Schwäche in Osteuropa zu beheben, als vielmehr den Machtausbau voranzutreiben. "Bei der ebenfalls sanierungsbedürftigen Alitalia dagegen ist ein Verkauf immer noch mit so vielen Unsicherheiten behaftet, dass sowohl Air France-KLM und eben auch die Lufthansa sich jetzt lieber auf das Machbare konzentrieren."

Aus Sicht der Süddeutschen Zeitung geht die AUA schon jetzt davon aus, dass der Verkauf der Fluglinie gelingen werde - nur so sei zu erklären, dass nötige Einschnitte ins Streckennetz vorerst gestoppt seien. "Das Pokerspiel ist nicht ungefährlich und dürfte mit umso härteren Folgen enden, falls die Verhandlungen nicht das gewünschte Ergebnis bringen." Die Forderung der Regierung, 25 Prozent der Airline sollten in österreichischer Hand bleiben, sei dem laufenden Wahlkampf geschuldet, sei aber weltfremd und müsse schnell aus der Welt geschafft werden. "Zu hoch pokern kann auch ins Auge gehen", warnt die SZ.

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