Internationale Presseschau vom 27.5.2009
GM Opel – der große Showdown

Die Wirtschaftspresse spekuliert über die Zukunft von GM und Opel am Tag der Entscheidung in Berlin und Detroit. Die Börsen-Zeitung wundert sich über die Reaktionen bei der Deutschen Bank auf die Kritik an Clemens Börsig. Report on Business und Vedomosti kommentieren das russische Facebook-Engagement. Fundstück: Putin wird Kolumnist.

Die Financial Times attestiert General Motors gute Chancen, gestärkt aus der drohenden Insolvenz hervorzugehen. „In der aktuellen Diskussion darüber, wer wie viele Anteile an GM erhalten soll, ist das Thema langfristige Wettbewerbsfähigkeit in den Hintergrund getreten“, schreibt das Blatt. Tatsächlich sei nur eine gemäßigte Erholung auf dem amerikanischen Automarkt notwendig, um GM wieder profitabel zu machen. Sollten die Zulassungen von aktuell neun wieder auf 12,5 Millionen Fahrzeuge pro Jahr ansteigen, wäre GM sogar höchst gewinnbringend. „Das würde die Steuerzahler für ihre bisherigen Verluste entschädigen“, meint die Zeitung. Ein Neuanfang ohne Schulden, ohne Rentenverpflichtungen, ohne schwache Marken und ausländische Töchter könne dann Wunder wirken.

Sollten General Motors und Opel vor der Insolvenz gerettet werden, muss heute ein kleines Wunder passieren, schreibt das Wirtschaftsblatt aus Österreich. Die Entscheidung über die Zukunft der GM-Tochter Opel entzweie die Bundesregierung. Vor allem die Unionsparteien fürchteten, die Rettung könnte zu einem Milliardengrab werden. „Daher ist Mittwoch Großkampftag, der die Zukunft von Opel und GM verändern wird“, schreibt das Blatt. In Berlin werde eine Vorauswahl der potenziellen Opel-Investoren getroffen. Bei General Motors müssten die Gläubiger entscheiden, ob sie die 27 Milliarden Dollar Schulden in zehn Prozent GM-Aktien tauschen. Das sei allerdings unwahrscheinlich. Da am Montag die Frist zur Vorstellung der Sanierungsschritte ablaufe, wäre eine Insolvenz dann unausweichlich.

General Motors und die Gewerkschaft United Auto Workers haben sich auf einen Umstrukturierungsplan geeinigt, der den Gewerkschaftern einen kleineren Anteil am Unternehmen sichert als bisher angenommen, berichtet das Wall Street Journal. Demnach bekommt die US-Regierung statt 50 sogar 70 Prozent der Aktien des Detroiter Konzerns. Die Gewerkschaft gebe sich mit 17,5 statt 39 Prozent der Aktien zufrieden. „Damit bekommt GM etwas Spielraum, um sein Angebot an die anderen Gläubiger – 27 Milliarden Dollar Schulden gegen zehn Prozent Anteile – zu tauschen, zu versüßen“, schreibt das Blatt. Gestern seien erst wenige Gläubiger zum Tausch bereit gewesen, beruft sich die Zeitung auf informierte Kreise. Der Staat wolle seinerseits GM mit einem 50-Milliarden-Dollar Kredit unter die Arme greifen. Das Geld werde benötigt, um die drohende Insolvenz zu überstehen und den Konzern neu zu organisieren.

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