Internationale Presseschau vom 28.8.2009
Patient Deutschland auf dem Weg zur Besserung

Die internationale Wirtschaftspresse warnt davor, das Ende der Krise in Deutschland auszurufen. Das Wall Street Journal geht dem Verdacht nach, dass der Lockerbie-Attentäter freigelassen wurde, um britischen Ölfirmen den Zugang in Lybien zu erleichtern. Laut Bloomberg wird der wichtigste UBS-Informant unfair behandelt. Fundstück: Wall Street Story.

Die spanische Wirtschaftszeitung Cinco Días untersucht den "Patienten" Deutschland auf Herz und Nieren. Stabil sei Deutschland, das werde schon anhand der positiven Ergebnisse des letzten Ifo-Geschäftsklimaindex' deutlich. Am erneuten Aufstieg Deutschlands bestehe sicherlich kein Zweifel, allerdings könne auch ein Rückfall nicht völlig ausgeschlossen werden. Immerhin liege das Bruttoinlandsprodukt aktuell rund sieben Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Der weltweite Konsumrückgang habe seine Spuren hinterlassen in einem Land, für dessen Wachstum der Export lebensnotwendig ist. Obwohl dank staatlicher Konjunkturpakete die Arbeitslosigkeit bisher nur gering zugenommen habe, sei kurz- bis mittelfristig doch mit höherer Staatsverschuldung, Stellenabbau und nachlassender Binnennachfrage zu rechnen, prognostiziert die Zeitung.

Die Wirtschaftswoche kommentiert die Wirtschaftsindikatoren, die in Deutschland auf breiter Front nach oben zeigten: Dies gelte für die Konjunktur- und Einkommenserwartungen der Konsumenten sowie den Ifo-Geschäftsklimaindex. Dennoch sei es zu früh, das Ende der Krise auszurufen. Die Wirtschaft befinde sich trotz aller Aufwärtstendenzen immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau. Der sich anbahnende Aufschwung könne bei Schocks durch Schweinegrippe oder Kreditklemme schnell wieder abgewürgt werden. "Vor allem über dem deutschen Arbeitsmarkt brauen sich dunkle Wolken zusammen. Noch verhindert Kurzarbeit das Schlimmste, doch schon bald können sich viele Unternehmen eine Verlängerung dieser Hilfsmaßnahme nicht mehr leisten, obwohl die Politik das möglich gemacht hat. Für Herbst warnen Ökonomen deshalb vor einer Entlassungswelle. Spätestens dann könnte die Stimmung wieder einbrechen, denn arbeitslose Verbraucher sind schlechte Kunden."

Auch die Börsen-Zeitung warnt vor Euphorie. Auch wenn Deutschland nach dem globalen Finanz- und Wirtschaftssturm inzwischen das rettende Ufer erreicht habe - auf sicherem Grund fest verankert sei der nun offenbar einsetzende Aufschwung damit noch lange nicht. "Denn es gibt einige inhärente Ungleichgewichte, etwa die zunächst vermutlich noch steigenden Arbeitslosenzahlen, die zu Schlingerbewegungen führen und das Eintreten in eine solide Wachstumsphase verzögern können." Die Gefahr, dass sie den Aufschwung abwürgten, sei angesichts des jüngsten Ifo-Stimmungsindikators allerdings deutlich gesunken.

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