Internationale Presseschau vom 3.2.2009
Eine neue Ära für die Autoindustrie

Die internationale Wirtschaftspresse greift Barack Obamas Pläne für umweltfreundlichere Autos auf und feiert diese nun als einzigen Weg zur Rettung der amerikanischen Autoindustrie. Der britische Independent porträtiert Puma-Boss Jochen Zeitz. Die Presse aus Wien geht den Ursachen für Steuerflucht auf den Grund. Fundstück: Die Finanzkrise begann im kalifornischen Stockton.

Als wichtigen Schritt zur Rettung der amerikanischen Automobilindustrie wertet die Minneapolis Star Tribune die Ankündigung von Präsident Barack Obama, die Normen für Abgase und Spritverbrauch zu verschärfen. "Man kann sich an allen Fingern abzählen, dass es den Großen Drei in Detroit heute viel besser ginge, hätten sie sich früher an den Vorgaben eines Bundesstaates wie Kalifornien orientiert, statt gegen diese vor Gericht zu ziehen." Die Umsetzung der von Obama empfohlenen Regelungen könnten sich doppelt positiv auf die Nation auswirken: Zum einen werde Amerika endlich etwas gegen den Klimawandel tun, zum anderen würden die Autohersteller genötigt, sich schneller an eine neue Ära der Energienutzung anzupassen. "Obama ebnete damit den Weg für andere Staaten: Bislang haben dreizehn die Standards von Kalifornien übernommen. Nun ziehen sie weitere Staaten in Erwägung."

"Erst der Gewinn, nun der Schmerz" applaudiert die Irish Times Barack Obama: Denn nachdem die US-Autoindustrie 17,4 Milliarden Dollar an staatlichen Hilfsgeldern erhalten habe, nehme Obama sie beim Wort und fordere das Einlösen ihres Versprechens, mehr für die Umwelt zu tun. Er gehe dabei sogar so weit, die Entscheidung, dass Staaten wie Kalifornien nicht ihre eigenen, strengen Standards aufstellen können, überprüfen zu lassen. "Auf Kalifornien, den bevölkerungsreichsten Bundesstaat, entfallen zehn Prozent der Autoverkäufe. Sollte Kalifornien tatsächlich seine Standards zur Regel erheben dürfen, könnten das die Autohersteller einfach nicht mehr ignorieren." Ohnehin würde Amerika mit strengeren Vorschriften bei Spritverbrauch und Abgaswerten gerade mal an die Vorgaben der Europäischen Union heranreichen: "Mit cleverem Know-how und einfachen Anpassungen wie Gewichtsreduzierungen oder kleineren Motoren ist das allemal zu meistern. Wenn Europa es schafft, hat die USA keine Ausrede mehr."

"Lasst uns Obama folgen", bekennt auch die Montreal Gazette enthusiastisch. Zwar hätten sich die Autohersteller weltweit über den Vorstoß des neuen US-Präsidenten beschwert, seien die Zeiten für sie ohnehin hart. Doch sei zu begrüßen, dass Barack Obama die Zukunft zwingt, jetzt schon über uns hereinzubrechen: "Die Autoindustrie hat nun die Chance, sich neu zu erfinden. Warum sollen sie nicht Autos bauen, die Amerika braucht - abgas- und verbrauchsarme Modelle? Einst haben sie auch gegen Sicherheitsgurte gewettert, weil sie befürchteten, sie könnten ihre Umsätze gefährden. Nun werden sie eben gezwungen, ein grünes Bewusstsein zu entwickeln." Zu beklagen sei, dass Kanada dieser Entwicklung hinterher hinke: "Obamas Vorstoß stellt die Politiker in Ottawa in den Schatten: Neue Verbrauchs- und Abgasnormen lassen noch immer auf sich warten, sie sollen nun frühestens mit den Modellen in 2011 kommen." Wenn allein die kanadischen Provinzen Quebec und British Columbia die kalifornischen Standards durchsetzten, wäre dies genug, um den gesamten nordamerikanischen Automarkt unter Druck zu setzen. "Obama hat etwas in Bewegung gebracht, jetzt können wir uns nicht mehr verstecken."

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