Internationale Presseschau vom 3.6.2009
Hummer: American Dream in chinesischer Hand

Die internationale Wirtschaftspresse kommentiert die Übernahme der Automarke Hummer durch einen chinesischen Investor. IlSole24ore erwartet ein Fiasko für Fiat in den USA. Vedomosti befürchtet eine Kettenreaktion nach der Insolvenz von GM. Die Börsenzeitung verteidigt die HRE-Verstaatlichung als alternativlos. Fundstück: Golfer sind bessere Manager.

Der Kauf der Automarke Hummer – eines weltweiten amerikanischen Symbols – durch den bislang weitestgehend unbekannten chinesischen Baugerätehersteller Sichuan Tengzhong Heavy Industrial Machinery weist den Weg für die Zukunft der internationalen Autoindustrie, schreibt das Wall Street Journal. „Dass ein chinesischer Hersteller von Lastwagen und Asphaltwalzen eine Marke, die für Amerikas Militärmacht steht, übernimmt, spiegelt Chinas Aufstieg zur Supermacht wider“, kommentiert das Blatt. In der Vergangenheit seien Investments aus dem Reich der Mitte am politischen Widerstand gescheitert, etwa der Einstieg der staatlichen Ölgesellschaft CNOOK beim Ölförderer Unocal. Sichuan Tengzhong sei hingegen ein privater Investor.

Während die Detroiter Autobauer ihre Beteiligungen abstoßen, entdecken die chinesischen Hersteller die Lust an der Expansion, schreibt die Financial Times. „Der Kauf der Marke Hummer von General Motors durch Sichuan Tengzhong ist eine der größten Übernahmen der chinesischen Autoindustrie im Ausland“, analysiert die Zeitung. Die amerikanischen Produktionsstätten blieben aber trotz des chinesischen Einstiegs erhalten. Geeley, ein anderer chinesischer Autobauer, sei unterdessen an Volvo interessiert. Im März habe Geely bereits den australischen Automobilzulieferer Drivetrain Systems International übernommen. Bei der Bieterschlacht um Opel sei auch der chinesische Autobauer BAIC interessiert gewesen. Für Sichuan Tengzhong werde es schwer, den Hummer wieder auf Kurs zu bringen. Die Verkäufe von Hummer-SUVs seien von Januar bis April um 67 Prozent auf rund 4000 Fahrzeuge „kollabiert“.

Das stärkste Symbol für GMs Hang zu riesigen, viel Sprit schluckenden SUVs – die Marke Hummer – werde durch ihre Übernahme den Insolvenzantrag des Mutterkonzerns überstehen, schreibt Businessweek. General Motors werde weiterhin die Fahrzeuge im Auftrag von Sichuan Tengzhong fertigen. Der chinesische Investor werde, wie schon Generals Motors zuvor, die Marke global vertreiben. Allerdings sei es für den Erfolg von Hummer fundamental, die Verkaufszahlen in den USA wieder zu steigern. Die Verkäufe seien seit 2007 eingebrochen. Grund dafür seien vor allem die hohen Spritpreise und das nicht umweltfreundliche Image der Hummer-Fahrzeuge. „Die neuen Eigentümer könnten nun entweder versuchen, mehr Kunden unter den Offroad- Enthusiasten zu gewinnen, oder die Marke Hummer durch neue Modelle breiter aufzustellen“, blickt das Blatt voraus – die zweite Variante setzte jedoch Investitionen in neue Fabriken und Modelle voraus.

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