Internationale Presseschau vom 3.9.2009
G20: Das Ende der Gemeinsamkeit

Die internationale Wirtschaftspresse blickt auf das G20-Treffen und rechnet bei Bonus-Begrenzungen und Exit-Strategien mit Dissens. Laut Zeit machen deutsche Banken in fast allen Steuerparadiesen der Welt gute Geschäfte. El Economista sieht Hansenet kurz vor Übernahme durch Telefónica. La Tribune vermeldet zwei neue Airbus'. Fundstück: Das Ende der Plastiktüte.

Die New York Times geht nicht davon aus, dass sich die G-20-Vertreter beim Treffen in Pittsburgh (24. und 25. September) auf eine gemeinsame Position zur Regulierung von Bonus-Zahlungen einigen werden - obwohl dies beim letzten Treffen in London in April vereinbart worden sei. Während Frankreich und Deutschland eine Boni-Begrenzung forderten, ähnlich wie Belgien und die Niederlande, lehne der britische Premier Gordon Brown Kappungsgrenzen ab - ohne jedoch längerfristig angelegte Auszahlungen sowie Rückzahlungen von Boni bei Misserfolgen abzulehnen. Browns Intervention zeige, wie "politisch angespannt" die Diskussion sei. In den USA hüteten sich die Behörden davor, Schritte zu ergreifen, die einen Exodus von Führungskräften und einen weiteren Schaden für angeschlagene Unternehmen riskierten.

Das Wall Street Journal rechnet damit, dass neben der Diskussion um die Regulierung von Bonuszahlungen in der Finanzindustrie besonders die Frage zur Zukunft der staatlichen Stimulus-Pakete auf der G-20-Agenda stehen werde. Anders als viele europäische Länder, darunter Deutschland, warnten die USA und Großbritannien davor, zu früh entsprechende Stimuli zurückzunehmen - Deutschland wolle die fiskalischen Defizite in Grenzen halten und die Gefahr der Inflation abwehren. Vor diesem Hintergrund, schreibt das Blatt, werde sich der Ton des Treffens vom G-20-Treffen in April unterscheiden, als sich die Finanzminister einig gewesen seien, dass ein fortgesetztes, koordiniertes und aggressives Handeln nötig sei, um den Aufschwung einzuleiten.

In der Financial Times warnen Lee Myung-bak, Präsident von Südkorea (wo der G-20-Gipfel 2010 stattfindet), und Kevin Rudd, Premierminister in Australien, davor, angesichts der zu beobachtenden Entschärfung der Finanzkrise die Hände in den Schoß zu legen. Ein globaler Wiederaufschwung sei nicht nicht gesichert, weshalb die G-20-Staaten ihre Führungsposition beibehalten müssten. Ihre Aufgaben: In vielen Ländern müssten die schon vereinbarten Reformen der Finanzsysteme und Unterstützungen der Entwicklungsländer erst noch umgesetzt werden. Außerdem müssten die Exit-Strategien nach der Krise besser koordiniert werden als in den 1930-er-Jahren, was in vielen Ländern nach einer kurzen Erholungsphase zu einer "Double-Dip-Rezession" geführt habe.

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