Internationale Presseschau vom 31.3.2009
GM Chrysler: Der Supercrash in Zeitlupe

Die internationale Wirtschaftspresse kommentiert die jüngste Entscheidung der US-Regierung zu Rettungsmaßnahmen für General Motors und Chrysler. Les Echos erklärt, wie Italien der Krise trotzt. Die WirtschaftsWoche kommentiert den Rücktritt von Deutsche Bahn-Chef Hartmut Mehdorn. Die Economic Times macht zaghafte Zeichen der Wiederbelebung aus. Fundstück: Madonna sieht alt aus.

"Das ist eine deutliche Botschaft: Präsentiert einen besseren Plan, oder es gibt keine Steuergelder mehr", zollt BusinessWeek der US-Regierung Respekt. Denn nachdem das Team um Barack Obama die Pläne der Autobauer General Motors (GM) und Chrysler geprüft habe, sei es zum Schluss gekommen, dass diese nicht ausreichten, um beide Firmen wieder fit zu machen - und habe ihnen nun klar gemacht, dass sie weiter gehen müssen als noch die Bush-Regierung von ihnen gefordert habe. "Obama hat beide erneut vor dem Untergang bewahrt, aber er zeigt, dass er nicht länger willens ist, Geld in zwei Firmen zu pumpen, die sich von einer Krise zur nächsten geschleppt und immer weiter an Boden verloren haben gegenüber der Konkurrenz in Korea und Japan." Nun müssten beide tiefe Einschnitte vornehmen, um nachzuweisen, dass sie überlebensfähig sind. "Die US-Regierung fährt eine harte Linie. Und es gibt keine Garantien, dass sie GM und Chrysler am Ende rettet."

Eine neuerliche Galgenfrist hätten GM und Chrysler erhalten, doch ob die Zeit ausreiche, um die Firmen zu retten, bezweifelt der Economist : "Ein rascher Tod erspart Leid, sagt man. Der in Zeitlupe ablaufende Supercrash aber hält die Patienten GM und Chrysler in einem äußerst kritischen Zustand." Denn GM weitere 60 Tage Zeit einzuräumen, sei kaum als Vertrauensakt zu werten. Und auch für Chrysler stehe fest, dass innerhalb von 30 Tagen ein Deal mit Fiat gelingen müsse, oder der Konzern gehe unter. "Den Druck auf beide Unternehmen zu erhöhen mag helfen, doch letztlich stehen beide vor der Aufgabe, chronische Krankheiten, die sich in Jahrzehnten herausgebildet haben, innerhalb von wenigen Wochen in den Griff zu bekommen." Die Alternative wäre ein strukturierter Bankrott, Schulden könnten getilgt und die Gläubiger "sauber herausgetrennt" werden - und am Ende stünden zwei rundum gesunde Unternehmen. "Warum also nicht gleich eine solche Operation? Offenbar hat man in den USA Angst, dass der Patient dann trotzdem nicht durchkommt."

Eine Gratwanderung sei Barack Obama mit seinem jüngsten Rettungsplan für die Autoindustrie gelungen, kommentiert das Wall Street Journal. Längst bewege sich der US-Präsident zwischen zwei politischen Kräften: Die einen fordern, kein Steuergeld mehr für Rettungspakete zu verschwenden, die anderen, den dramatischen Verlust an Arbeitsplätzen zu stoppen. "Obama hat sich für und gegen die Autoindustrie entschieden: Zum einen gewährt er GM Kapital im Wert von 60 Tagen und stellt Chrysler sechs Milliarden Dollar in Aussicht, wenn diese mit Fiat zusammengehen. Zum anderen macht Obama deutlich, dass sowohl GM als auch Chrysler bankrott gehe könnten, und GM-CEO Wagoner muss gehen." Beide Seiten dieser Entscheidung seien mit Risiken verbunden: Wagoner zu entlassen, sei populistisch, zumal die CEOs von Citigroup oder der Bank of America bleiben durften. Auch sei fraglich, warum Obama AIG gerettet hat, aber Chrysler opfern würde. Andererseits sei Obamas Haltung nachvollziehbar, denn beim Untergang der beiden Autoriesen würden nicht weltweit Vertragspartner und langjährige Geschäftsbeziehungen mitgerissen werden, wie vielleicht beim Untergang von AIG. Und schließlich habe die US-Regierung nicht unbegrenzt Geld zur Verfügung - und wolle schon gar nicht zum Autobauer werden.

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