Internationale Presseschau vom 5.8.2009
UBS kann ihre Assets nicht halten

Die internationale Wirtschaftspresse analysiert die Quartalszahlen der UBS, die allerdings angesichts der massiven Probleme der Schweizer Großbank nebensächlich seien. Die Financial Times Deutschland begrüßt eine EU-Untersuchung der Sparkasse Köln/Bonn. Les Echos startet den Countdown für Peak Oil. Fundstück: Sänger des Hedge-Fonds-Blues.

Während die europäischen UBS-Konkurrenten wie Barclays oder HSBC wieder aufblühten, sitze das Schweizer Geldhaus noch immer in der "Verlust-Wüste" fest, kommentiert Forbes. Die Schweizer Bank sei vor allem ein Opfer des schlechten Timings. "Während das Investment-Banking unter den Abschreibungen aus der Immobilienkrise ächzt, laufen die Privatkunden wegen des Streits mit den US-Behörden davon. Sie fordern vertrauliche Kontodaten von 52.000 amerikanischen UBS-Kunden, die der Steuerhinterziehung verdächtigt werden", erklärt das Blatt. Vor allem internationale Kunden hätten im zweiten Quartal rund 15 Milliarden Dollar von ihren Konten abgezogen, während die Einlagen der Schweizer nur leicht schrumpften. Eine Einigung mit den Behörden, wonach die Bank voraussichtlich die Daten zumindest einiger Kunden herausrücken müsste, würde das Vertrauen der wohlhabenden Privatkunden zurückbringen, glaubt das US-Magazin.

Der Steuerstreit mit Amerika hänge wie ein Damoklesschwert über der Schweizer Großbank, und er könnte allen gegenteiligen Gerüchten zum Trotz immer noch sehr viel Geld kosten, schreibt die Börsen-Zeitung. Daher sei die hohe Eigenkapitaldecke der Bank kein Grund zum Jubeln. "Dicke Kapitalreserven braucht die UBS auch auf längerfristige Sicht: Das Vermögensverwaltungsgeschäft, das Rückgrat des Konzerns, ist von seiner einstigen Stärke noch weit entfernt", gibt das Blatt zu Bedenken. Die Kunden liefen immer noch in Scharen davon, zurzeit vor allem solche aus dem europäischen Ausland. Der Wiederaufbau der Marke UBS werde sehr viel Geld und Zeit in Anspruch nehmen. "Die Analysten, die sich angesichts der erstarkten Kapitalkraft der UBS bereits die Hände reiben, unterschätzen dabei die Kosten der Sanierung, mit der Grübel eben erst begonnen hat", resümiert die Zeitung.

Für die Wall Street Journal sind die Zahlen der UBS für das zweite Quartal nebensächlich. "Eine gute Bilanz zählt wenig, solange die Bank einerseits die Assets - die sie managt und die sie beschäftigt, also die Mitarbeiter - nicht halten kann", meint das Blatt. Die UBS erkläre den Exodus vieler wichtiger Kundenberater mit dem Geldabfluss aus dem Bereich Vermögensverwaltung; die Investment-Abteilung habe ebenfalls viele Top-Mitarbeiter verloren. Deswegen habe die UBS im einzigen boomenden Markt in diesem Jahr - dem Handel mit festverzinslichen Wertpapieren - nicht mitmischen können, so die Analyse des WSJ. Das Schweizer Finanzinstitut habe das Problem mit Geld bekämpft und die Gehälter einiger Investment-Banker verdoppelt. Doch dies sei keine Langzeitlösung. "Die Bank muss einfach mehr Umsatz machen und so auf höhere Transaktionseinnahmen hoffen", meint die Zeitung

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