Internationale Presseschau vom 6.10.2009
IWF Weltbank: Die Schwellenländer übernehmen

Die internationale Wirtschaftspresse beobachet die Veränderungen beim IWF und der Weltbank. Der Independent enthüllt eine Allianz gegen die Öl-Bindung an den Dollar. Für die Gaceta de los Negocios ist diese Woche entscheidend für Opels Zukunft. Laut BusinessWeek zoffen sich Manager von Fiat und Chrysler. Fundstück: Paris Hilton der Börse gesucht.

Die Börsen-Zeitung sagt vor dem Hintergrund des Herbsttreffens des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Istanbul einen Machtkampf zwischen Industrienationen und Schwellenländern voraus. Die G-20 habe sich eine Woche zuvor in Pittsburgh auf eine fünfprozentige Verschiebung der Stimmrechte von den - gemessen an ihrer Wirtschaftskraft - überrepräsentierten hin zu den unterrepräsentierten Staaten verständigt. Länder wie China und Indien drängten schon lange darauf, im Zuge ihrer wachsenden Wirtschaftskraft auch mehr Einfluss in den internationalen Finanzinstitutionen zu erhalten. "Entschiedenen Widerstand" gegen den sinkenden Einfluss der Industriestaaten leiste Deutschland und werde dabei von Frankreich unterstützt. Das schwindende Gewicht der Industriestaaten werden auch in der Neuausrichtung der G7 deutlich, die nur noch ein Vorbereitungsgremium für die G20 Treffen sein soll.

Die Weltbank, eine Institution, die als einzige weltweit nur das Ziel der Armutsbekämpfung habe, brauche ein neues Geschäftsmodell, meint die Financial Times . Die beiden Geldquellen der Bank - Zinszahlungen der kreditnehmenden Länder und Beiträge von wohlhabenden Staaten - stünden im Widerspruch zur Mission des Instituts. Weil die Weltbank auf Zinszahlungen angewiesen sei, beleihe sie lieber die Schwellenländer als die armen Staaten wie in Afrika. Die Bank müsse, wie der IWF, den Abstimmungsmodus verändern, um den betroffenen Entwicklungsländern mehr Mitspracherecht zu geben, fordert die FT. Zweitens müsse die Weltbank aufhören, große Infrastrukturprojekte in den Schwellenländern zu finanzieren, und stattdessen zu einem kleineren Institut werden und einen "scharfen Fokus" auf Entwicklungsländer richten. Drittens müsse das Personal mehr Anreize bekommen, die Armut zu bekämpfen. "Die jetzigen Anreizmechanismen belohnen die Banker nur für besonders große Darlehen", kritisiert das Blatt.

Reuters zitiert den ägyptischen Finanzminister Youssef Boutros-Ghali mit seiner Forderung nach einer Neuausrichtung des IWF, die die neuen Umstände in der Welt abbilden solle. Der IWF müsse zu einer Art Vermittlungsstelle für Informationen, Liquidität und koordiniertes Handeln der Staaten werden, so der Finanzminister. "Noch vor einem Jahr tat sich der IWF schwer damit, seine Relevanz in einer Welt zu erklären, die oft nur taube Ohren für seine Vorschläge hatte. Die globale Finanzkrise hat allerdings Länder gezwungen, Hilfe bei Währungsfonds zu suchen", so Reuters. Neben seiner Tätigkeit als Kreditgeber für Länder mit Zahlungsschwierigkeiten sollte der IWF zu einem Reservebecken werden, damit Staaten keine eigenen riesigen Währungsrücklagen benötigten, um durch eine mögliche neue Krise zu kommen, schlägt Boutros-Ghali vor.

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