Internationale Presseschau vom 8.10.2009
Dollar: „Durch Abwertung wird kein Land reich“

Die internationale Wirtschaftspresse zeigt, wie die Dollar-Schwäche die US-Regierung unter Druck setzt. Für Expansión sind GE und Credit Suisse Favoriten für den Kauf des Londoner Flughafens Gatwick. Vedomosti kritisiert Russlands Kampf gegen Korruption. ilsole24ore zweifelt an der Angst der Italiener vor der Kernenergie. Fundstück: Tequila statt Pequot.
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Die britische Financial Times zeigt, wie der Niedergang des Dollars die Regierung von Barack Obama unter Druck setzt. Dass die Währung in den vergangenen sechs Monaten 11,5 Prozent verloren habe, gebe Obamas Kritikern Rückenwind und verstärke die Sorge, dass der Dollar seinen Status als Reservewährung einbüßen könnte. Am Mittwoch habe die frühere republikanische Kandidatin für die Vizepräsidentschaft Sarah Palin die Schwäche des Dollars mit der steigenden Verschuldung und Abhängigkeit der USA von ausländischem Öl erklärt. Doch die aktuelle Kritik an der Währungspolitik gehe über das typische politische Procedere hinaus, nach dem die Opposition immer dann reflexartig Warnungen ausstoße, sobald der Dollar geschwächt ist. So habe selbst Robert Zoellick, Weltbank-Präsident, in der vergangenen Woche gewarnt: "Die USA liegen falsch, wenn der Dollar als Weltreservewährung für sie selbstverständlich ist."

Das Wall Street Journal kritisiert die Politik des schwachen Dollars der Regierung von Barack Obama. Die Hoffung einiger Dollar-Befürworter, die meinten, die schwache Währung werde dazu führen, dass US-Arbeiter so billig würden, dass neue Jobs in der Industrie entstünden, sei trügerisch. Die Beispiele der britischen, Carter-, mexikanischen (1990er) und russischen Malaise (1999) hätten gezeigt, dass kein Land der Welt einen Weg zum Reichtum durch Abwertung ihrer Währung gefunden habe. Statt das Kapital durch die Dollar-Schwäche und höhere Steuern aus dem Land zu treiben, müsse die USA ein neues Programm für den Arbeitsmarkt, eine flachere Steuer-Struktur, Ausgabenbeschränkungen und eine effektive Bankenregulierung einführen, durch die auch kleinere und mittlere Unternehmen mit Krediten versorgt würden.

"Der Dollar sieht so schrecklich aus wie das Britische Pfund Sterling nach dem Zweiten Weltkrieg", zitiert Wallstreet Online David Bloom, leitender Währungsstratege bei der britischen Bank HSBC. Ihm und vielen seiner Kollegen zufolge seien die Aussichten noch schlechter. Die Hauptgründe der Dollar-Schwäche seien die anhaltend gute Investorenstimmung, dass die US-Notenbank die Zinsen später anheben werde als andere Zentralbanken, die Diskussion um ein Ende des Dollar als Reservewährung sowie das Ziel der G20-Staaten, die weltweiten Handelsströme auszugleichen. Ob der Dollar als weltweite Leitwährung schließlich abgelöst werde, sei umstritten. Christian Pohl von der Deutschen Bank gehe davon aus, dass die größten Dollarhalter, Chinesen und Japaner, auch weiterhin zu der US-Währung stünden und US-Staatsanleihen kaufen würden.

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