Internationale Presseschau vom 9.6.2009
Chrysler: „Fiat oder Liquidation“

Die internationale Wirtschaftspresse zeigt sich überrascht vom Veto des Obersten Gerichtshofs beim Verkauf von Chrysler und rätselt über die Zukunft des Autobauers. Die Financial Times sieht eine Wende im Streit zwischen Porsche und VW durch den Einstieg eines Investors. Vedomosti kritisiert Putins Machtkonzentration. Fundstück: iPhone-Software gegen die Krise.

Der Oberste Gerichtshof der USA stürzt den Verkauf von Chrysler an Fiat in Unsicherheit, schreibt das Wall Street Journal. Das Schicksal des US-Automobilkonzerns hänge nun von der Entscheidung des Gerichts ab, das den Deal auf Ersuchen mehrerer Rentenfonds aus Indiana vorerst blockiere. Der Verkauf von Chrysler an Fiat könne sich so um Wochen und Monate verzögern und Zehntausende Jobs im Mittleren Westen der USA gefährden. "Es gibt keine andere Möglichkeit: entweder Fiat oder Liquidation", zitiert das Blatt eine Person, die mit der Restrukturierung des Autokonzerns befasst sei. Sollte der Deal nicht bis zum 15. Juni abgewickelt sein, habe Fiat die Möglichkeit, von dem Kauf zurückzutreten. "Die gestrige Erklärung des Gerichts gibt keinerlei Anhaltspunkte über die nächsten Schritte oder darüber wie lange der Verkauf gestoppt wird", so die Zeitung.

"Nicht so schnell, Mister President", titelt Forbes mit Blick auf den gestoppten Chrysler-Verkauf. Eine Weile habe es so ausgesehen, dass Barack Obamas halsbrecherische Mission - die Neuerfindung der amerikanischen Autoindustrie - nichts hätte stoppen können. "Nachdem er den Gläubigern, den Arbeitnehmern, den Zulieferern und den Händlern schmerzhafte Opfer abverlangt hat, schickte er Chrysler und GM und die so genannte ,schnelle, chirurgische Insolvenz'", fasst das Blatt zusammen. All das sei nun zum Stillstand gekommen. Sollte der Chrysler-Fall tatsächlich vom Obersten Gerichtshof überprüft werden, könnte das auch die Insolvenz von GM verlangsamen. "Wie George W. Bush bei seinem ,Mission Accomplished'-Debakel im Irak bereits gelernt hat, ist es immer gefährlich, voreilig den Sieg auszurufen", zitiert das Blatt einen Experten.

Businessweek sieht ebenfalls ein Risiko, dass der stockende Chrysler-Verkauf auch Konsequenzen für die Insolvenz von General Motors haben könnte. "Die Entscheidung des Obersten Gerichts, den Deal vorerst zu stoppen, könnte mehr als nur Chrysler betreffen", schreibt das Blatt. GM befinde sich ebenfalls mit Unterstützung des Weißen Hauses im Insolvenzverfahren. Sollten die Rentenfonds den Verkauf von Chrysler torpedieren, könnte es Auswirkungen auf die Wiederauferstehung von GM aus der Insolvenz haben. "Der größte amerikanische Autobauer wäre Chrysler vielleicht nicht in die Insolvenz gefolgt, wenn nicht alles den Anschein erweckt hätte, glatt zu laufen", zitiert die Zeitung einen Experten.

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