Presseschau
„Als wahrer Patriot würde Sarrazin zurücktreten“

Der Vorstand der Bundesbank hat die Entscheidung über die Zukunft von Thilo Sarrazin vertagt. Doch die Debatte wird weiter mit viel Vehemenz geführt, inzwischen sogar auf internationaler Ebene: Muss Sarrazin gehen? Wie groß ist der Schaden bei der Bundesbank? Wie stehen die Chancen von Axel Weber auf dem Weg an die EZB-Spitze? Die wichtigsten Stimmen in der Presseschau.
  • 12

Die Affäre Sarrazin habe große Auswirkungen in ganz Europa, versichert die britische Financial Times. Anders als zunächst angenommen sei die Bundesbank mit der Einführung des Euro nicht in die Bedeutungslosigkeit zurückgedrängt worden, sondern habe eine entscheidende Rolle bei den Kapitalmarkt-Maßnahmen des Kontinents behalten. Und eben jenes Ansehen der Bundesbank, ihr Platz als berühmteste Institution in der deutschen Nachkriegsgeschichte, sei gefährdet. Die Entfremdung Sarrazins innerhalb des Bundesbank-Vorstands beeinträchtige die Vorgehensweisen der Bank bezüglich der wirtschaftlichen und monetären Union. „Ihr Vorstand kann nicht normal funktionieren, wenn eines ihrer Mitglieder ein Halb-Abtrünniger ist.“

Sarrazin müsse freiwillig den Hut nehmen und sich entschuldigen, fordert Bloomberg – ansonsten dürfe man ihn getrost einen „Spinner“ nennen. Kein deutscher Politiker oder Zentralbanker dürfe über „jüdische Gene“ diskutieren – es wäre viel klüger, dieses Thema den Biologen und Genetikern, statt den Zentralbankern zu überlassen. „Fazit des Wirtschaftsdiensts: Sarrazin habe seine berufliche Funktion ausgenutzt, um sein „aufhetzendes Buch“ zu bewerben. „Würde er zurücktreten, dann zeigte er, dass er der Bundesbank weiterhin Respekt gegenüber ihrem Ansehen in der deutschen Gesellschaft erweist. Das ist es, was ein wahrer Patriot tun würde.“

Die Süddeutsche Zeitung beklagt den zu großen Einfluss der Politik auf die Bundesbank, die nicht so unabhängig sei, wie es gesetzlich festgeschrieben sei. Sie liefere ihren Gewinn beim Finanzminister ab und beziehe ihr Spitzenpersonal aus Bund und Ländern – unabhängig davon, ob die Personen passten oder nicht. In der Vergangenheit seien meist Vorstände in die Behörde eingezogen, die etwas von Verwaltung verstehen, aber wenig von Währung, Bankenkontrolle, Finanzmärkten und Geldversorgung – anders bei der Bank von England, die Vorstandsstellen international ausschreibe. Jetzt müssten neue Regeln gefunden werden, „wenn sich ein von der Politik berufener Mann überhaupt nicht in der Notenbank einbringen will und kann, sondern sein eigenes Süppchen kocht.“

Seite 1:

„Als wahrer Patriot würde Sarrazin zurücktreten“

Seite 2:

Seite 3:

Kommentare zu " Presseschau: „Als wahrer Patriot würde Sarrazin zurücktreten“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Jetzt wird sogar noch versucht die begrifflichkeit des Patriotismus zu verdrehen!

    Patriotisch wird deffiniert mit vaterlandsliebend, völkisch, national und volksbewusst. Alles Attribute, die auf Thilo Sarrazin zutreffen und unsere gewählten "Volksvertreter" vermissen lassen!

  • H. Dr. Sarrazin ist ein Patriot!
    Die Deutsche bundesbank hat hier sogar die Chance eindeutig und zweifelsfrei ihre Unabhängigkeit gegenüber der Politik und deren ökonomisch inkompetenter Migrations- + integrations-Politik zu manifestieren, um ihr einziges wesentliches Ziel: Geldwertstabilität zu realisieren!
    Meine provakante These (verbunden mit einem "kynianischen Lächeln"):
    Herr Dr. Sarrazin hat sich mit seinem buch, als verantwortungsvoller Staatsbürger im Rahmen seinem verfassungrecht-verbrieften Recht der Meinigungsfreiheit, insbesondere um dieses Ziel - Geldwertstabilität - verdient gemacht!
    Um dies beurteilen zu können, ist allerdings ein ökonomischer Sachverstand erforderlich, der den Zusammenhang zwischen den zukünftigen negativen ökonomischen Folgen der vorhandenen Migrations- + integrationspolitik und der Geldwertstabilität (Prämisse: "ceteribus paribus") erkennt; diesen Sachverstand sollte ein Prof. der Ökonomie haben. Wenn diese These als verifiziert gilt, dann muss die Schlussfolgerung lauten: nicht "feuern", sondern befördern!

  • @Sarrazin möchte bitte kalt duschen am besten neben einen Harz 4 empfänger und ihn siene gescheiterte erfolgsgeschichte seiner zunft und warum sie von dummen schlossern schweissern ärtzten als steuerzahlern gerettet werden musste.welche gene da wohl versagt haben.
    ein stinknormaler berufsinhaber schreibt ein buch und schon stürtzt sich alles darauf.
    Der Mann ist eine unbedeutsame zumutung und gehört auf abstellgleis.bei allen problemen kann ich nicht so einen stuss schreiben in dieser funktion,provokation auf untersten nivau,Das deutshe gen ist wohl geprägt von bienenfleiss,da mus ich enttäuschen,das ding der letzten jahre hies die renditejagd ist eröffnet,als beute der Staat,egal welch Nation in ihn lebt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%