Presseschau
Asien droht die „grüne Flut“

Die internationale Wirtschaftspresse analysiert den Machtkampf der chinesischen und US-amerikanischen Währungen. Daily Finance und Business Spectator lesen zwischen den Zeilen von Ben Bernankes Rede im "Economic Club of New York". Fundstück: So verdienen Sie 20 Milliarden.
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Die Flut des billigen Geldes aus den USA, ausgelöst durch die Niedrigzinspolitik der Federal Reserve, habe ernsthafte Konsequenzen für den Rest der Welt, analysiert das Wall Street Journal . Besonders spürbar sei dies in Asien, wo die meisten Dollars angelegt würden. "Als Ergebnis überflügeln viele asiatische Börsen die europäischen und amerikanischen Handelsplätze, der Immobilienmarkt in Hongkong bricht alle Rekorde", erklärt die Zeitung. Trotz der Warnungen der chinesischen Zentralbanker vor neuen Investitionsblasen verfolge die Obama-Regierung die Politik des schwachen Dollars, um die US-Exporte anzukurbeln. Das sei jedoch ein Fehler, denn eine neue Blase in Asien werde die USA ebenso betreffen, wie es die Asienkrise 1997 getan habe.

Die Financial Times stärkt China den Rücken im Währungsstreit mit den USA. Der Internationale Währungsfonds und die Europäische Zentralbank hätten China zur Aufwertung seiner Währung aufgerufen, um das Handelsdefizit der USA und den Überschuss der Chinesen zu glätten. Doch noch bevor Obama während seines Besuches in China das Wort Währung in den Mund genommen habe, habe das chinesische Handelsministerium gekontert: "Es ist unfair, von China eine Aufwertung der Währung zu verlangen, während der Dollarverfall amerikanische Güter wettbewerbsfähiger macht", zitiert das Blatt eine Sprecherin der chinesischen Regierung. Chinas Position sei vernünftig. "Die Exporte gehen bereits den zwölften Monat in Folge zurück, und die Politiker haben Angst davor, wie die Wirtschaft ohne die volle staatliche Unterstützung aussehen würde", kommentiert das Blatt.

Obamas Besuch in China in dieser Woche habe eines der heißesten Themen der amerikanisch-chinesischen Beziehungen - die Aufwertung der chinesischen Währung - wieder ins Rampenlicht gerückt, berichtet das Wirtschaftsmagazin Fortune . Das US-Finanzministerium und Verantwortliche aus der EU hofften, Obama werde Druck auf die Chinesen ausüben, damit sie ihre Währung gegen den Dollar steigen lassen. "Was die meisten in den USA jedoch nicht wissen: In Hongkong läuft bereits ein einzigartiges Experiment mit freien Wechselkursen für den Yuan", freut sich das Magazin. Die ehemalige britische Kolonie sei das Testgelände für eine endgültig frei konvertierbare chinesische Währung. Jetzt, da China eine größere Rolle in der internationalen Finanzwelt anstrebe, erkenne es, wie notwendig eine international anerkannte Währung sei.

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