Presseschau
Citi stolpert auf den Ausgang zu

Die internationale Wirtschaftspresse widmet sich den Nöten der Citigroup bei der geplanten Rückzahlung der staatlichen Finanzspritzen. Die Financial Times wundert sich über Angela Merkels Tobin-Sympathie. Bloomberg untersucht Japans Double-Dip-Wirtschaft. Das Manager Magazin hat Angst vor Staatsbankrotten. Fundstück: Von der Dax-Tafel in die Arena.
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BusinessWeek geht der Frage nach, ob die Citigroup der Bank of America folgen und die staatlichen Finanzspritzen zurückzahlen könne. Zwar versuche Bankenchef Vikram Pandit, spätestens bis zur kommenden Woche einen Plan zur Rückzahlung von 20 Milliarden Dollar an den TARP-Rettungsfonds vorzulegen. Doch die Umsetzung werde schwieriger als im Falle der BofA, prognostiziert das Blatt. Nicht nur sehe das Kreditportfolio bei der Citigroup schlechter aus. Hinzu komme, dass das Finanzministerium bei der Citigroup darauf dränge, bei der Exit-Strategie auch den Verkauf der staatlichen 34 Prozent-Beteiligung zu regeln, der aktuell 30 Milliarden Dollar wert sei. Auch müssten beiden Parteien eine Lösung für die staatlichen Garantien in Höhe von 301 Milliarden Dollar für die riskantesten Hypotheken, Autokredite und gewerbliche Immobilien der Citi finden. Schließlich komme es darauf an, dass Pandit seine bisherigen Differenzen mit der Chefin des US-Einlagensicherungsfonds FDIC, Sheila Bair, überwinde - im April habe sich Bair sogar für eine Ablösung von Pandit eingesetzt.

Die New York Times zweifelt daran, dass die Citigroup die TARP-Gelder zurückzahlen darf. Sollte das Institut jedoch in den kommenden Tagen keine Einigung mit der Finanzaufsicht erzielen können, wäre es schwierig, noch vor Mitte Januar, wenn die Investoren aus dem Urlaub zurückkehren, eine Kapitalerhöhung einzufädeln. Die Führungskräfte der Bank fürchteten, dass sie ohne einen Plan zur Rückzahlung Dutzende talentierter Banker und Händler verlieren könnten, bevor die Boni im Frühjahr ausgeschüttet würden.

CNN Money berichtet, dass die Bank of America nach der Rückzahlung der TARP-Gelder die Suche nach einem neuen Chef der Bank, den Nachfolger für CEO Ken Lewis, forcieren könne - die staatliche Kontrolle sei bisher ein "Stolperstein" gewesen. Ursprünglich habe der Verwaltungsrat bis Thanksgiving einen neuen Chef finden wollen; mehrere Kandidaten hätten die Angebote jedoch ausgeschlagen, mit Blick auf die Kontrolle der Bank durch "Pay-Czar" Kenneth Feinberg. "Der Ausgang aus dem umstrittenen Programm wird nicht billig", schreibt das Wirtschaftsportal. Die Rückzahlung werde das Nettoergebnis der Bank im vierten Quartal um 4,1 Milliarden Dollar schmälern.

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