Presseschau: Das große Zittern vor der Hellas-Wahl

Presseschau
Das große Zittern vor der Hellas-Wahl

Mit Blick auf die Wahlen in Griechenland befürchten Medien eine instabile Lage im Krisenland. Doch selbst bei einer Eskalation werde Europa eine Rückkehr zur Drachme mit allen Mitteln verhindern. Die Presseschau.

Wenn die Griechen am kommenden Sonntag wählen, entscheiden sie nicht nur über die Zusammensetzung des nächsten Parlaments. „Entschieden wird über den Weg Griechenlands in den kommenden Jahrzehnten“, mahnt Lucas Papademos. Der scheidende Übergangspremier habe als Übergangspremier seine wichtigsten Aufgaben gemeistert, bilanziert das Handelsblatt. In nur fünf Monaten habe er mehr bewegt als sein zaudernder sozialistischer Vorgänger Giorgos Papandreou in zwei Jahren. „Unter dem Druck der Gläubiger peitschte Papademos binnen weniger Wochen fast 30 Reformen und Sparauflagen durchs Parlament, die teils seit Jahrzehnten debattiert wurden, wie die Öffnung der so genannten geschlossenen Berufe.“

Das Wall Street Journal befürchtet eine instabile Lage in Griechenland nach den Wahlen, mit Auswirkungen für das Krisenmanagement in Europa. Da die Wähler besonders die Politiker der beiden großen Parteien (die sozialistische Pasok und die konservative Nea Dimokratia) für die Misere des Landes bestrafen könnten, rechneten Vertreter der Parteien schon hinter vorgehaltener Hand damit, dass die neue Regierungskoalition kurzlebig sein – und schon in wenigen Monaten eine weitere Wahl abgehalten werde.

Die Financial Times Deutschland berichtet, dass Griechenlands Geschäftsbanken bei ihren Aktionären um frisches Geld werben, um einer kompletten Verstaatlichung zu entgehen. Griechenlands vier große Kreditinstitute NBG, EFG Eurobank, Alpha Bank und Piräus Bank seien nach dem Schuldenschnitt des griechischen Staates faktisch pleite. Zehn Prozent der Kapitallücke des gesamten Bankensystems von geschätzt 20 bis 30 Milliarden Euro sollten die privaten Aktionäre auffüllen. 

Das Wirtschaftsblatt geht davon aus, dass eine Rückkehr des Landes zur Drachme mit allen Mitteln in Europa verhindert werde, weil dies eine Staatspleite zur Folge hätte und die kombinierten Rettungsschirme ­einen anschließenden italienischen oder spanischen Marktkollaps nicht aushalten würden.

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