Presseschau
Der Dreamliner soll Boeings Wunde heilen

Die internationale Wirtschaftspresse macht sich Hoffnungen nach dem langerwarteten Jungfernflug des Boeing-Dreamliners. Die Börsen-Zeitung betrachtet die Chancen der LBBW. Der Kampf um die größte mexikanische Kläranlage ist laut El Economista nicht immer ganz sauber. Fundstück: Spanische Fußballvereine kuscheln mit Netbookherstellern.
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Nachdem Boeing wegen der zweijährigen Verspätung bereits Cash geblutet habe, markiere der Jungfernflug des Dreamliners in den Augen des Wall Street Journal ebenso einen Erfolg für das Unternehmen wie auch eine Herausforderung, in der Branche für Wechselstimmung zu sorgen. Natürlich müsse der Flugzeugbauer zuvor noch schnell den topaktuellen Prototypen in einen massetauglichen Geldbringer verwandeln, so das Blatt. Und zitiert Airbus-CEO Thomas Enders: "Das Fliegen war der leichteste Teil. Der schwere Teil war die Komplexität der industriellen Herstellung." Doch die Fähigkeit des Unternehmens, wie erhofft sieben Dreamliner monatlich bis zum Jahr 2011 und zehn Maschinen monatlich von 2013 an herzustellen, werde riesige Auswirkungen auf die Flugzeugindustrie weltweit haben, ist das Blatt überzeugt. Immerhin seien für den 160-Millionen-Dollar-Flieger bereits mehr Vorabbestellungen eingegangen, als für irgendein anderes Flugzeug in der Geschichte.

Auch die BusinessWeek konzentriert sich ganz auf die positiven Signale. "Das sieht wie eine echte und sehr vielversprechende Maschine aus", zitiert das amerikanische Wirtschaftsmagazin Richard Aboulafia, Luftfahrtanalyst des Beratungsunternehmens Teal Group. Die versprochenen Treibstoffeinsparungen machten das Flugzeug zu Boeings begehrtestem Flugzeug seit je - auch nachdem bereits 71 Flugzeuge wieder abbestellt waren. "Die Luftfahrtindustrie hat lange gewartet, dass die 787 in den blauen Himmel abhebt", zitiert das Wirtschaftsmagazin den All Nippon-CEO Shinichiro Ito. An ihn soll die erste Maschine geliefert werden, im vierten Quartal 2010. "Wir freuen uns schon auf den Tag, an dem sie ihren ersten kommerziellen Flug in den Himmeln von Japan und dem Rest der Welt machen wird", so Ito weiter.

CNN Money hält dagegen fest: Nur weil der Dreamliner endlich unter ekstatischen Rufen abgehoben sei, heiße das längst nicht, dass auch die Boeing-Aktie nun abheben werde. Natürlich sei der Jungfernflug der Maschine ein riesiger Schritt zum Erfolg, räumt die Wirtschaftsredaktion des amerikanischen Fernsehsenders ein. "Aber mit einem Programm, das bereits mehr als zwei Jahre hinter dem Zeitplan her hänge, würden Kunden und auch die Wall Street-Händler die nächste Testphase weiter sehr genau beobachten und schauen, ob die Maschinen auch wirklich pünktlich ausgeliefert werden. Verhielten sich die Unternehmenspapiere so wie beim vergangenen Jungfernflug der 777 im Jahr 1995, dann könne es die Aktie schwer treffen, zitiert der Sender Morgan Stanley-Analystin Heidi Wood. Damals lagen die Papiere vor dem Erstflug gemessen am S&P 500-Index mit sechs Prozent im Plus. Danach brachen sie für ganze 60 Tage auf ein Minus von elf Prozent ein. In den 30 Tagen vor dem Dreamliner-Flug sei Boeing mit neun Prozent gemessen am S&P 500 obenauf gewesen.

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