Presseschau
Deutsche Presse zerreißt Wulffs „Puppentheater“

Ein Gehabe wie im „Puppentheater“, ein „blamiertes“ Amt: Das TV-Interview von Bundespräsident Christian Wulff stößt in der Presse auf heftige Kritik. Die Zeitungen stellen klar, die Affäre sei damit nicht beendet.
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Der Spiegel bezeichnet den gestrigen TV-Auftritt von Bundespräsident Christian Wulff als dreist, aber auch geschickt. Er habe versucht, sich ein wenig reumütig zu zeugen und sich als Opfer einer Kampagne zu stilisieren. „Gut möglich, dass er damit durchkommt“, so das Blatt. Trotzdem muss Wulff viel Kritik einstecken. Er habe demnach lediglich versucht Transparenz, Offenheit und Ehrlichkeit zu simulieren. „Das ist nicht einmal Staatsschauspiel, das ist Osnabrücker Puppentheater“, schreibt das Magazin weiter. Der Bundespräsident habe mit seinem Auftritt das Fernsehvolk für sich mobilisieren wollen. An wirklicher Offenheit sei er nicht interessiert. Es sei klar, dass er die Affäre aussitzen wolle. Dies könne ihm sogar gelingen, denn momentan seien Merkel und Co. nicht an einer Neuwahl der Präsidenten interessiert. „Es liegen fade, mittelmäßige Jahre vor ihm - und vor uns“, so das Fazit des Spiegels.

Auch die Financial Times Deutschland findet keine echte Reue und Einsicht in Wulffs Interview. „Ich bin klein, mein Herz ist rein“, fasst das Blatt seine Botschaft zusammen. Er habe sich als Opfer dargestellt und trotz einer Entschuldigung für den Anruf bei der Bild-Zeitung behauptet, er habe nichts Unrechtes getan. Dies offenbare, dass der Präsident nicht verstanden habe, worum es seit knapp vier Wochen gehe. Zu seiner Verteidigung habe Wulff die Guttenberg-Taktik gewählt: Die böse Hauptstadtpresse jage den Liebling des Volkes. „Das darf man Wulff nicht durchgehen lassen“, fordert das Blatt. Natürlich dürfe der Bundespräsident Fehler machen, sich aber hinter dem Rücken des Volkes zu verstecken, sei eines Bundespräsidenten unwürdig. Die Affäre sei mit dem Fernsehinterview jedenfalls nicht vorbei.


Die Süddeutsche Zeitung hat Mitleid mit Christian Wulff, der sich in seinen Widersprüchen verwickelt habe. In seiner Schwäche halte er sich am Amt fest, weil es ihm Halt gebe, den er sonst nicht habe. Es wäre verständlich und richtig, wenn er den Weg zum Rücktritt gefunden hätte. Zwar seien auch die vorherigen Bundespräsidenten keine Heiligen gewesen, und gewiss sei Wulff auch ein Opfer einer neuen Mediengesellschaft, deren „Gebläse“ viel größer sei als vor 30 oder 40 Jahren. Vor allem sei Wulff jedoch das Opfer seiner selbst, indem er versucht habe zu vertuschen, und sich mit falschen Freunden wie der Bild-Zeitung umgeben habe. Das Amt des Bundespräsidenten sei nun „bemakelt und blamiert“.

Die Welt glaubt, dass sich viele von Wulffs Satz, er wolle nicht Präsident eines Landes sein, in dem man sich von Freunden kein Geld leihen könne, „verarscht fühlen“. Dann solle er sich entscheiden, was ihm wichtiger sei: „Präsident sein oder sich Geld zu extrem günstigen Bedingungen von Freunden leihen, die ihrerseits ihr Geld unter teilweise dubiosen Bedingungen gemacht haben“. Auch wenn der Bundespräsident im Vergleich zu manchem Konzernchef unterbezahlt sei, so sei er trotzdem nicht auf Gefälligkeiten angewiesen. Außerdem werde er auch mit der Möglichkeit entlohnt, eine Person der Zeitgeschichte zu werden. Das sei viel mehr als ein geldwerter Vorteil, und dafür müsse Wulff eben auf Einiges verzichten.

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  • Wulff, der Unheilige im Amt.
    Welch schäbige Auffassung vom Amt des BP muß der jetzige Amtsinhaber haben, wenn er glaubt, dass er als Landespolitiker einfach wechseln und so weitermachen kann, wie gewohnt? Es entsteht Eindruck, dass er nur größere gesellschaftliche Anerkennung, gefühlte Macht und Geld (vor allem Pension und weitere Annehmlichkeiten auf Dauer)gesehen hat. Dafür opfert er gerne Anstand, die Würde des Amtes und die Moral in einer Bananenrepublik, wo weintrunkene Schnäppchenjäger dem Volk Wasser predigen. Wie kann man sich nur so blamieren und dieses Amt beschägigen? Die Bundeskanzlerin und fühere SED-Aktivistin ist hier ausdrücklich mit eingeschlossen!

  • Hallo Herr Wulff,
    dieses TV-Frage- u. Antwortspiel dokumentiert doch nur weiterhin die Volksverarschung.
    Ist denn der BP mittlerweile ein Ausbildungsberuf?
    Dann sei Ihnen hiermit gesagt, dass Sie nicht ausbildungsfähig sind!

    Leider haben wir einen schwanzgesteuerten BP der seiner jungen Stute noch den Hengst machen möchte. Und dazu gehört auch Sonne, Sand, Bussi und Boni und mehr von Allem.
    Aber leider hat unser BP auch zu wenig Blut im Körper um Hirn und Schwellkörper gleichzeitig zu betreiben.
    Diese Fehlbesetzung aus Merkels Gnaden wird zum Bumerang für die CDU/ CSU.

  • "Auch wenn der Bundespräsident im Vergleich zu manchem Konzernchef unterbezahlt sei,"

    Ich gehe davon aus, dass überbezahlte Konzernchefs mindestens acht Stunden am Tag arbeiten und hoffentlich komplizierteren und komplexeren Beschäftigungen nachgehen, als Sternsinger zu empfangen, hin und wieder Orden umzuhängen, einmal im Jahr zu einen Neujahrsempfang einzuladen und ein paar Hände zu schütteln. Und ab und zu mit Gattin auf Weltreisen zu gehen und schöne Orte besuchen, um dort ein wieder ein paar Hände zu schütteln und abends lecker zum Essen eingeladen zu werden. Dafür ist der Bundespräsident unangemessen bezahlt!? Ich gehe davon aus, dass er auch die Logis gratis bekommt. Oder muss er für Bellevue Miete zahlen? Was ist mit der sogenannten "Kost": Ist der Aufenthalt in Bellevue "All Inclusive" oder nur Halbpension?

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