Presseschau: „Deutschland muss sich mehr kümmern“

Presseschau
„Deutschland muss sich mehr kümmern“

Die Medien sorgen sich um Italien und überlegen, was Deutschland tun könnte. Außerdem: Wie die EU an Ungarn zur Freiheitsunion heranreift und was gegen Rundfunkgebühren für Bundesligarechte spricht. Die Presseschau.
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WiesbadenLockerung der Schlussverkaufsregeln, Ausgabe neuer Taxilizenzen: Die am Freitag von Italien bekanntgegebenen Maßnahmen, wie das Land seine träge Wirtschaft wieder auf Vordermann bringen will, würden der Startschuss für ein Kräftemessen mit den Gewerkschaften werden, erwartet die deutsche Redaktion des Wall Street Journal. Viele der umstrittenen Punkte zielten auf lang bestehende Wachstumshürden in der drittgrößten – und zugleich seit der Euroeinführung am langsamsten wachsenden – Volkswirtschaft der Eurozone. „Nicht alle von Montis Vorschlägen greifen alte Gewohnheiten so radikal an“, hält das WSJ am Beispiel der Notare fest, dem höchstbezahlten Beruf laut Einkommenssteuerstatistik, dessen Zahl sogar noch wachsen solle.

Auch die Neue Zürcher Zeitung hegt Zweifel, dass die von der Regierung geplanten Liberalisierungen radikal genug sein werden, um die Wirtschaft anzukurbeln. „Und es ist zu befürchten, dass der frühere EU-Kommissar und Wirtschaftsprofessor Mario Monti mit seinen Attacken gegen die Deutschen genau diese Schwierigkeiten zu übertünchen versucht“, fürchtet das Blatt. Mit Blick auf die am Freitag anzukündigenden Opfer, die die Regierung der Bevölkerung abverlange, habe er Bundeskanzlerin Merkel dazu aufgefordert, ihren Widerstand gegen Euro-Bonds und andere Maßnahmen gegen die Euro-Schuldenkrise aufzugeben.

Der britische Economist rät der Bundeskanzlerin, sich mehr um Italien zu kümmern. Es gebe Anzeichen einer den ganzen Kontinent erfassenden Rezession. Eine Griechenlandpleite könne dabei dramatisch und schmerzhaft sein. Auch Spanien sei gefährdet, aber seine Schulden sind weit geringer und die Märkte viel zuversichtlicher, sie zurückzubekommen. Das entscheidende Land sei jedoch Italien. Es sei zu groß zum Retten. Für den weltweit drittgrößten Schuldner seien die derzeit 6,5 Prozent Anleihezins sträflich hoch. Doch größer als das Problem der Verschuldung, sei das der Wachstumsschwäche.

Neben niedrigeren Zinsen fordere Premierminister Mario Monti von Deutschland, den deutschen Dienstleistungssektor zu liberalisieren. Wenn die wirtschaftlichen Argumente Frau Merkel nicht überzeugten, könne es vielleicht demokratische Vernunft, mutmaßt das Wirtschaftsmagazin. „Für den Euro wäre eine populistische Revolte in Schuldnerländern die größte Bedrohung überhaupt“, warnt das Blatt. „Daran sollte Frau Merkel denken.“

Das Magazin Cicero setzt auf Euro-Bonds für die Rettung Europas. „Einfach gesagt: Sollte die Staatsschuldenlast der armen Partnerstaaten nicht in den nächsten Wochen auf mehrere Schultern verteilt werden, verwandelt sich die Euro-Zone in ein havariertes Kreuzfahrtschiff, dessen Kapitän frühzeitig von Bord gegangen ist.“ Diesmal allerdings wäre es kein verantwortungsloser Italiener. Sondern Angela Merkel persönlich. „Und der schöne Dampfer ‚Europa’ würde sinken. Not with a bang but a whimper“, zitiert der Kommentator aus einem Gedicht des amerikanischen Literaten T.S. Eliot. Nicht mit einem Knall werde das Ende der gemeinsamen Währung einherkommen, glaubt das Blatt, sondern mit einem Seufzer – einem deutschen Seufzer vielleicht.

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An Ungarn reift Europa zur Freiheitsunion

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  • Werter Rüdiger Kalupner,

    "und Chaosphysiker, die den Übergangsprozess steuerbar macht."

    Das war jetzt sehr mutig von Ihnen und, räusper, klang doch ein bißchen nach diesem Angie-Fan aus der "Heute Show".

    Aber, ich habe ein Schmankerl für Sie, das Ihnen das Wochenende versüßen wird (vertrauen Sie mir, ich meine es so wie ich es sage)

    http://mp3-download.swr.de/swr2/forum/2012/02/swr2_forum_20120209_warum_ist_angela_merkel_so_populaer.6444m.mp3

    Frauen, die sich über Angela Merkel unterhlten - nicht dieses TV Gekreisch, nein ein ruhiges Gespräch mit einer Vielzahl interessanter und erhellender Anekdoten. Es dauert zwar 50 Minuten, aber die werden Sie am Ende gerne noch zwei, drei oder viermal hören wollen, zumal die witzigsten Sachen am Ende kommen.

    Wie gesagt: Es wird Ihnen das Wochenende versüßen.

    Nicht, daß ich die wählen würde, aber ... wie gesagt: "erhellend".

  • @Margrit1877

    "Die Welt lacht doch über"

    Nope, es ist eigentlich das genaue Gegenteil zu vermelden, es herrscht großes Vertrauen in die Deutschen und ihre Fähigkeit, halbwegs mit der Krise umzugehen. Natürlich gibt es auch andernorts Neidhämmel as Pendant zu den stolzgewellten Hühnerbrüstchen hier, aber so ist das Leben.

    Ob das Vertrauen gerechtfertigt ist und ob die bislang verantwortungsvollen Akteure über das Ziel hinausschiessen, das ist nochnicht ganz raus - aber in dem Konzert, das gerade aufgeführt wird, spielt halt jeder das Instrument, seine Rolle.

    Für mich stellt sich das gerade ein bißchen wie "Good Cop" / "Bad Cop" dar, auch ein bißchen "Schluss mit lsutig" ... jedenfalls kann man erkennen, wenn man denn _will_, daß es keine Kakophonie ist, in der alle den hysterischen Hühnerhaufen, der hier täglich aufgeführt wird, nachspielt.

    So ist Politik. Das hartnäckige Bohren dicker Bretter. Kann halt nicht jeder die cholerische Natur haben, die hier mit dem einenoder anderen, der seine Blähungen und seine Rülpser mit "Gedanken" verwechselt.

    Einfach mal tiiiief durchatmen.

  • Ihr solltet heiraten, Ihr zwei.

    Aber wahrscheinlich seid Ihr schon weit jenseits der 70. Euer dummdreist nationalistisches Gechwätz jedenfalls klingt so, als hättet Ihr Alzheimer.

    Das mit dem "Noch nie um Hilfe gebeten", das solltet Ihr noch mal nachlesen, das ist nämlich gequirlter Mist. Das Gegenteil ist der Fall. Inclusive der kriechen, sie gehörten sogar zu den ersten, nachdem "wir" gerade ihr Land vergewaltigt hatten

    http://www.dw.de/dw/article/0,,15412868,00.html

    Sind halt nicht so kleinkariert, die Griechen, im Gegensatz zu Euch beiden Hanswürsten.

    "Bevor andere uns kritisieren, sollen sie uns das erst einmal nachmachen."

    "Ich jedenfalls bin stolz, ein Deutscher zu sein"

    Es ist mir unsäglich peinlich, mit Vollpfosten wie Ihnen das Land teilen zu müssen.

    Arme Irre ...

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