Presseschau: Die Banken sollten aufhören zu heulen

Presseschau
Die Banken sollten aufhören zu heulen

Monatelang war vom Regulierungs-Lamento der Banken wenig zu hören. Aktuell melden sich sowohl hierzulande wie im Ausland immer mehr kritische Stimmen zu Wort – die wiederum ein lautes Gegen-Echo erzeugen.
  • 1

Mit Blick auf den heute startenden Deutschen Bankentag kritisiert die Financial Times Deutschland das „unerträgliche Geheule der Banken“ wegen der Regulierungsbürden, die ihnen das Geschäft erschwerten. Ihre Begründung, dass durch die hohen Auflagen ein bestehender Zustand gefährdet werde, sei insofern bemerkenswert, als dieser Zustand gerade der Mehrheit der Gesellschaft als nicht schützenswert gelte. Fazit der FTD: „Politiker, Regulierer und Journalisten sollten das Geheule der Banker um existenzbedrohende Regulierungskosten so lange ignorieren, wie diese ein Vielfaches des Durchschnittseinkommens kassieren – bei überschaubarer Erbringung von Mehrwert.“

Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman attackiert in seinem Blog der New York Times Ex-Fed-Chef Alan Greenspan für dessen Vorschlag zur Aufhebung der Finanzregulierung – Greenspan zementiere seinen Ruf als schlechtester Ex-Fed-Chairman aller Zeiten. „Um ehrlich zu sein, wusste ich gar nicht, wie ich darauf reagieren soll. Ich war fast sprachlos ob des vorgeführten Mangels an Selbsterkenntnis.“

In der Financial Times hatte Greenspan erklärt, das Finanzsystem, dem das Dodd-Frank-Gesetz aufgezwungen werde, sei viel komplexer, als die Gesetzesgeber und sogar die meisten Regulierer angenommen hätten. Die neuen Auflagen trügen nicht dem hohen Grad der globalen Vernetzung Rechnung und drohten zu den größten Markt-Verzerrungen seit der unglücklichen Einführung von Lohn- und Preiskontrollen 1971 zu führen.

Bevor die irische Zentralbank am heutigen Donnerstag die Ergebnisse der Stresstests bekannt gibt, berichtet die Irish Times, dass nur die vier als überlebensfähig eingestuften Institute Bank of Ireland, Allied Irish Banks, Irish Life & Permanent sowie Educational Building Society nach einem Scheitern im Stresstestverfahren Kapitalspritzen von insgesamt 18 bis 23 Milliarden Euro benötigen könnten – insgesamt wären dann 60 Milliarden Euro in die Banken gepumpt worden. Der irische Finanzminister werde als Ergebnis der Tests heute eine grundlegende Restrukturierung der Banken vorschlagen. Die Ergebnisse der Tests, schreibt das Blatt, würden voraussichtlich dazu führen, dass die Irish Life and Permanent sowie Bank of Ireland mehrheitlich unter staatliche Kontrolle gestellt würden.

Kommentare zu " Presseschau: Die Banken sollten aufhören zu heulen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Jemand wie z.B. Herr Ackermann, unter dessen Leitung drückermäßig Spread-Leader-Swaps und viele ähnlich schwachsinnige "Produkte" erschaffen und verkauft werden hätte aus meiner Sicht bestenfalls ein Gehalt auf Hartz IV Niveau mit 30 % Abschlag wegen gesellschaftsschädigenden Verhaltens verdient.
    Und wer solchen Bänkstern auch noch Gutes tun will und dafür Steuergelder im Umfang von hunderten Milliarden einsetzt und riskiert wie z.B. unser Kanzlerin für den gilt dasselbe. Dieses Jammern zu ignorieren ist das Mindeste.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%