Presseschau

Die Billion-Euro-Frage der Finanzkrise

Wenn die Sanierungspakete der europäischen Regierungen erfolgreich sein sollen, müssen sich die Banken beteiligen, kommentieren die Wirtschaftsmedien. Ein Aktienhändler wagt derweil eine schockierende Prognose.
  • Daniel Lenz
5 Kommentare
Banken in Frankfurt. Quelle: dpa

Banken in Frankfurt.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Financial Times Deutschland berichtet, dass mehrere Euro-Partner – darunter deutsche und niederländische Politiker – das Ende Juli vereinbarte zweite Hilfspaket für Griechenland nachverhandeln und dabei Banken und Versicherungen stärker zur Kasse bitten wollen. Der bislang geplante Abschlag von 21 Prozent, den Banken bei ihren griechischen Staatsanleihen hinnehmen sollen, reiche nicht aus. Hintergrund seien die verschlechterten Wirtschaftsdaten Griechenlands.

Aus Sicht der britischen Financial Times hat die 2007 begonnene Finanzkrise eine neue und deutlich gefährlichere Phase erreicht. Eine „positive-Feedback-Schleife zwischen Banken und schwachen Staaten“ drohe, katastrophale Effekte für die Eurozone und Weltwirtschaft zu zeitigen. „Was diesen Prozess besonders beängstigend wirken lässt, ist die Tatsache, dass sich die schwachen Staaten selbst nicht helfen können, während in der Eurozone keiner die Verantwortung übernehme.

In der Eurozone dürfte die Fähigkeit fehlen, diese Krise zu meistern.“ In dieser Situation spricht sich das Blatt für die von US-Finanzminister Timothy Geithner geforderte Rekapitalisierung schwacher Banken sowie eine Bereitstellung von Liquidität aus, um eine Panik und den Kollaps von Banken und schwachen Staaten zu verhindern. Volumen dieser Hilfen: sicherlich über eine Billion Euro, vermutlich ein Vielfaches.

Das Wall Street Journal untersucht die Bemühungen der spanischen Regierungen, den eigenen Bankensektor zu sanieren. Dabei stehe die Konsolidierung ganz oben auf der Agenda: Bislang habe Madrid die 45 Sparkassen („Cajas“) zu 17 Einheiten zusammengefasst und Teile ihrer Assets an große Privatbanken verkauft. Mehrere Institute seien außerdem verstaatlicht worden. In dieser Woche werde die Bank of Spain bei drei Cajas die Mehrheit der Anteile übernehmen, um die Sanierung einzuleiten. Ziel: Bei den Instituten binnen fünf Jahren die Hilfsmaßnahmen zurückfahren oder sie abwickeln. Grundsätzlich sei der Ansatz von Madrid richtig, nur das Tempo zu gering, moniert das Wall Street Journal. Außerdem müsse die Regierung zum Wohle des Steuerzahlers sicherstellen, dass sie nicht die Assets verkaufe, aber die Risiken behalte.

Finanzkrise – Klappe, die Zweite
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5 Kommentare zu "Presseschau: Die Billion-Euro-Frage"

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  • „... wir zahlen keine Steuern mehr ...“
    Mein Gutster, da kennen Sie aber das Finanzamt schlecht. Die haben alle Folterinstrumente, um Leute wie Sie zur „Ordnung“ zurückfinden zu lassen.
    Lohn- und Kontopfändung, Pfändung Ihres Hausrates/Autos, Sicherungshypothek auf Ihr Grundstück mit anschließender Zwangsversteigerung und ... natürlich Knast!!
    Die Väter unseres GG haben in weißer Voraussicht im Art.20 Abs.4 dargelegt, was jetzt zu tun ist: Jeder Deutsche hat die Pflicht zum Widerstand. Von einem passivem Widerstand ist dort nicht die Rede. Außer dem Gelächter derer, denen sie Ihre Meinung nach Einhaltung der Gesetze aufdrücken wollen, erreichen Sie nichts.

    Ein Gebilde wie der Euro, der ausschließlich auf Lug und Betrug aufgebaut wurde, wird nicht von Dauer sein. Das ist Hochverrat!! Und wie man mit Hochverrätern umgeht kann man in den Geschichtsbüchern nachlesen!
    All diese Finanzhilfen sind demokratisch in keiner Weise legitimiert. Sie verletzen die Grundrechte der Deutschen ebenso wie europäische Verträge. Artikel 38 des deutschen Grundgesetzes schützt uns vor Rechtsakten, die von den Verträgen der Europäischen Union nicht gedeckt sind. Das gilt insbesondere auch für die Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank. Das ist nicht zulässig.

    Ich kenne keine Regierung, die ihr Volk mehr schädigt, als die lobbyistengesteuerte Deutsche. Diese Kaltschnäuzigkeit und Ausplünderung des eigenen Volkes ist ein klarer Fall von Hochverrat!! 1789 – 1793 wurden die selben Probleme viel besser, zur vollsten Zufriedenheit des Volkes gelöst.
    Wer die Anti-Demokratie sät, wird die Anarchie ernten. Das ist neben der polizeistaatlich erzwungenen Friedhofsruhe die einzig denkbare Folge der Negierung der Demokratie. Die friedlichen Porteste können also nur der Anfang sein. Empört euch!!

    Mit allen nur erdenklichen scheinheiligen und verlogenen Argumenten müssen die Bundestags-Abgeordnete weichgekocht werden. Die Anbiederung der SPD und der Grünen ist einfach nur widerlich.

  • @Klip: „Der Bundestag entscheidet bald über die Ausweitung des Rettungsschirms und damit über eine weitere Ausplünderung Deutschlands mit unabsehbaren Folgen für unsere Zukunft“.

    Eine Zustimmung der Bundestagsabgeordneten ist eine Kriegserklärung an das deutsche Volk und wird auch hoffentlich so interpretiert!!

    Eine Zwangslektüre, nicht nur für „unsere“ Abgeordneten, die bereits im Handelsblatt von einem Foristen veröffentlicht wurde:
    http://strana-sas.sk/file/558/EURORETTUNGSSCHIRM%20Der%20Weg%20zum%20Sozialismus.pdf

  • Merkel ist nicht durch einen Putsch an die Macht gekommen. Die SPD wird in Teilen dem Paket ebenfalls zustimmen. Eine echte Alternative zu der "Ausplünderung" ist nicht in Sicht.
    Tatsache ist, dass Deutschland immer wieder das Problem hat, erst nicht hinschauen zu wollen und sich hinterher über die Folgen zu beklagen. Ein anderes "schönes Beispiel" sind die Migranten, um die sich nie jemand gekümmert hat, warum auch...
    Jetzt so zu tun, als ob die Verschuldung ein PIGS-Problem wäre ist naiv. Es scheint billiger zu sein, die Verschuldungskrise durch das Drucken von Geld zu lösen, als durch den Ruin der Banken. Wenn die EZB analog der FED handeln würde und nicht an die reine Lehre gebunden, wäre der ganz Spuk schon vorbei.

  • Nebelkerzen die heute vom eigentlichen Thema ablenken und den Bürgern Sand in die Augen streuen sollen.

    Dass Griechenland seine derzeitigen Schulden nie wird zurückzahlen können, war schon vor 1 Jahr klar, und die Bankenbeteiligung ist eine reine Farce und Show.

    Angeblich hart verhandelt hat Schäuble, herausgekommen ist letztlich ein Subventionspaket für die Banken - subventioniert vom dt. Steuerzahler - mit der Minibeteiligung fuhren sie weit besser als mit der eigentlich nötigen Abschreibung auf griech. Schuldtitel. wie es unter normalen Umständen zwischen Gläubiger und Schuldner üblich wäre.
    Daran wird auch eine weitere Minibeteiligung nichts ändern.

    Aber viel wichtiger: Der Bundestag entscheidet bald über die Ausweitung des Rettungsschirms und damit über eine weitere Ausplünderung Deuschlands mit unabsehbaren Folgen für unsere Zukunft. Statt eines klaren Schuldenschnittes wo es erforderlich ist, wird der Schlendrian und das Leben auf zu großem Fuße in den Ländern, die viel zu hohe Schulden haben, weiter subventioniert-
    nicht konkurrenzfähige Strukturen weiter erhalten. Bis zum großen Knall.

    Die Abstimmung ist angeblich namentlich.

    Diejenigen, die für die Ausbeutung unseres Landes durch den erweiterten Rettungsschirm stimmen,
    wird man sich bis zur nächsten Wahl merken und mit ihrem Abstimmungsverhalten konfontieren müssen.


    Bis dahin sollten sich die schon jetzt absehbaren Konsequenzen weiter manifestiert haben.





  • Mir gefällt die Idee von Herrn Zwicklbauer, sie ist zwar Antieuropäisch und etwas stark patriotistisch, jedoch ist dies auch der eigentliche Sinn von Steuern an dem Herr Zwicklbauer verzweifelt versucht fest zu halten.
    Eines legt der gesamte Artikel jedoch deutlich offen, dass der Mensch nicht nur das schwächste, sondern auch das vernichtenste Glied in der Kette ist. Dies erinnert mich alles an meinen Deutschunterricht vor einigen Jahren, als wir die Räuber und Don Carlos besprochen haben, den Wechsel von Sturm-und-Drang zur Aufklärung, es scheint gerade eine Rückabwicklung zu geben, zum Leide aller...

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