Presseschau
„Die EZB lässt nichts anbrennen“

Die internationale Presse prophezeit eine baldige Zinserhöhung der EZB, die Süddeutsche mutmaßt, dass GM Opel nicht weiter durchfüttern will und die FTD meldet einen neuen Bestechungsskandal bei Siemens. Die Presseschau.
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Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank bereite eine Zinserhöhung im Juli vor, denn nach der Sitzung in Frankfurt habe er den den Leitzins zwar bei 1,25 Prozent gelassen, aber die Schlüsselworte „hohe Wachsamkeit“ gesprochen. Sie gelten allgemein als Signal für eine kommende Zinserhöhung, schreibt die Financial Times. Es sei aber offen, ob dieses Jahr noch weitere Zinssprünge erfolgen werden. Auch sei unklar, ob die EZB ihre „ungewöhnliche Unterstützung“ für die Banken in Griechenland, Portugal und Irland weiter aufrecht erhalten wolle, schreibt das Blatt.

Trichet habe erneut die Vorwürfe „abgebürstet“, sein Institut gefährde die Gesundung Griechenlands und anderer krisengebeutelter Staaten der Eurozone. Laut Trichet seien die Inflationsrisiken im Steigen begriffen und die EZB müsse verhindern, dass hohe Öl- und Rohstoffpreise „Inflationsdruck auf breiter Basis“ entstehen ließen. Die Inflationsrate in der Eurozone liege bei 2,7 Prozent und damit über dem Zielkorridor von zwei Prozent.

Die EZB „beherrscht ihr Kernhandwerk“ und lasse in der Geldpolitik „nichts anbrennen“, schreibt die Börsen-Zeitung. Eine Erhöhung des Leitzins um weitere 25 Basispunkte sei „angesichts der konjunkturellen Dynamik, des anziehenden Wachstums von Kreditvergabe und Geldmenge sowie der leicht anziehenden längerfristigen Inflationserwartungen“ angebracht. Doch eigentlich erübrige sich die Diskussion über geldpolitische Fragen, denn über allem schwebe die Frage, ob der Euro überhaupt überleben könne. Das sei „längst kein Stammtischgeschwätz mehr“, denn renommierte Ökonomen hegten – wenn auch teils nur hinter vorgehaltener Hand - Zweifel an der Überlebensfähigkeit der Gemeinschaftswährung.

Der  Brief des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble mit dem Vorschlag einer „soften Umschuldung“ für Griechenland habe auch darauf abgezielt, Trichet zu erweichen. Dieses Manöver sei nun klar gescheitert und „der Graben quer durch die Eurozone weiter aufgerissen“, kommentiert der australische Business Spectator Trichets Verhalten. Der habe nach der jüngsten EZB-Sitzung eindeutig erklärt, er halte jede Entscheidung für einen „enormen Fehler“, der zu einem Kreditereignis oder einem selektiven Leitungsausfall führen würde. Stattdessen sollen die Banken Trichets Meinung nach zusagen, neue griechische Schuldscheine zu kaufen, wenn die bestehenden Bonds fällig werden. Seit einigen Wochen sei die EZB „auf dem Kriegspfad gegen die Deutschen“. Und während Berlin und Brüssel ihre Kriegsspiele betrieben, würden die Anleger immer nervöser. So könnte sich Schäubles Unkenruf von der ersten unkoordinierten Staatspleite in der Eurozone „am Ende noch als prophetisch“ erweisen.

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  • Dieses Geschwafel hören wir doch schon seit Jahren. Der Leitzins wird mit höchster Wahrscheinlichkeit "nicht" angehoben. Dann wäre der Ofen in Europa doch aus...

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