Presseschau: Die neue Welt der Investment-Banker

Presseschau
Die neue Welt der Investment-Banker

Abschied vom Starkult, neue massive Konkurrenz an der Wall Street – die internationalen Medien beschäftigen sich mit den Umwälzungen im Investment-Banking. Die Presseschau.

In der Welt der Investment-Banker zeichnen sich im Zuge der Finanzkrise große Umwälzungen ab. Reuters beschreibt den Wandel in der Branche, in der man sich allmählich vom Starkult verabschiede. Zu den Ursachen gehöre der Kampf der Regulierer gegen hohe Boni. Heute sei Teamgeist gefragt, weshalb einige Wunderkinder der Branche – wie Andrea Orcel, der von Merrill Lynch zur UBS wechselt – ihren alten Arbeitgebern den Rücken gekehrt hätten. Dort müsse er sich auf eine andere Kultur einstellen – und könne womöglich nicht mehr seine Mitarbeiter mitten in der Nacht anrufen, um Dinge rasch zu klären. 

Im US-Wirtschaftsmagazin Fortune wirft Jack Welch, Ex-CEO von General Electric, der Wall Street vor, aus der Goldman-Sachs-Affäre nichts gelernt zu haben. Aus der öffentlichen Abrechnung des ehemaligen Goldman-Sachs-Mitarbeiters Greg Smith, der seinem Ex-Arbeitgeber Mitte März in der New York Times vorwarf, die Kunden rücksichtslos über den Tisch zu ziehen, hätten die Banken lediglich die Schlüsse gezogen, dass Smith ein verbitterter Schurke sei und die Affäre jedem Institut hätte passieren können. Es sei wichtig, die Firmenkultur stets im Auge zu haben, mahnt Welch.

Die Société Générale will im Zuge der Verkleinerung ihres Investment-Bankings 880 Stellen in Frankreich abbauen. Überraschend: Fast dreimal so viele Angestellte wollen freiwillig gehen, berichtet die französische Wirtschaftszeitung Les Echos.

Das Wall Street Journal und die Financial Times sehen die Investmentbanken der USA in der Bredouille, weil der weltweit größte Vermögensverwalter BlackRock noch in diesem Jahr mit einem eigenen elektronischen Handelsdrehkreuz für Anleihen an den Markt gehen wolle. Der Wall Street drohten herbe Verluste an Handelsvolumina und Kommissionen, weil Anleihen dann zwischen Käufern und Verkäufern direkt ausgetauscht würden.

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