Presseschau
Die Schmach der Banken

Die internationale Wirtschaftspresse analysiert die Wut der europäischen Bankiers gegen mögliche Zwangshilfen. Einige haben auch Verständnis: Denn neues Kapital zu besorgen dürfte für die Banken schwierig werden.
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North SydneyDas Wall Street Journal beobachtet die deutschen Banken beim Sturm gegen die EU, die in einem Blitz-Stresstest ermitteln wolle, ob die Finanzinstitute mindestens eine harte Kernkapitalquote von neun Prozent erreichen, falls sie den Wert griechischer Anleihen in ihren Büchern weiter abschreiben. Wer das nicht schaffe, werde zwangskapitalisiert. „Die Bankiers finden, dass dies genau die Finanzkrise heraufbeschwören könnte, die Europas Staatschefs gerade vermeiden wollen,“ schreibt das Blatt.

In einem Brief an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hätten fünf Großbanken unter der Führung von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann auf die Risiken hingewiesen: Es gehe nicht an, durch eine künstliche Verschärfung des Eigenkapitalbegriffs eine vermeintliche Schwäche der europäischen Kreditwirtschaft zu fingieren. Nach den vorgeschlagenen Regeln werde die Deutsche Bank nun vermutlich neun Milliarden an Kapital brauchen. Deswegen habe die Agentur Fitch Ratings den Ausblick für das Frankfurter Institut auch schon auf „negativ“ gesetzt. Dabei sei die Deutsche noch eine der wenigen Banken, die immer noch Kapital von Privatinvestoren aufnehmen könne, aber das werde „ein teurer und den Kurs verwässernder Prozess“.

Der im nächsten Jahr scheidende Deutsche-Bank-Chef sehe kaum Chancen, kurzfristig Kapital von privater Seite aufzutreiben, schreibt Reuters. Daher laufe alles auf weitere Staatshilfen hinaus, was die Schuldensituation der Länder verschärfe. Europaweit fehlten rund 220 Milliarden Euro „und zwar bei gut zwei Dritteln der rund 90 wichtigsten Geldhäuser“.

Ackermann, „der mit Bonus- und Dividendenauflagen verbundene Staatshilfen für sein eigenes Haus kategorisch ablehnt“, sehe in der Kapitalausstattung der Banken aber nicht das eigentliche Problem. Es gehe eher darum, dass Staatsanleihen wegen der aktuellen Debatte über eine Pleite Griechenlands nicht mehr als risikofrei zählen könnten. Die Experten seien sich einig, dass sie dadurch für viele Investoren an Attraktivität verloren hätten.

Der australische Business Spectator zeigt Verständnis dafür, dass die europäischen Banken „die Schmach“ einer Zwangskapitalisierung vermeiden wollen. Die europäischen Banker seien stinksauer darüber, dass sie jetzt Kapital aufnehmen sollen, wo ihre Aktien doch ohnehin schon mit einem Discount auf den Buchwert gehandelt würden. Und schlimmer noch: „Viele Banken wissen genau, dass die Investoren nicht bereit sind, sich weitere Aktienpaktete von den Banken zuzulegen.“

Doch die von Bankiers wie Josef Ackermann angedrohte Alternative sei „noch schlimmer“: Ein massiver Verkauf von Anlagevermögen, der den globalen Kreditmarkt unter Druck bringen werde. Das wäre eine schwere Bedrohung für die Wirtschaft, seien die europäischen Banken doch mit die größten Kreditgeber der Welt.

Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Debatte findet die Börsen-Zeitung, dass die Konjunkturprognose der Herbstgutachter „auf wackeligen Füßen steht“. Sie würden zwar keine schwere Rezession wie in 2008/2009 erwarten, doch in ihrer Prognose stecken zuviele „wenns“ für den Geschmack des Blatts. Denn „genau weiß eben niemand, welche neuen Dominoeffekte zu erwarten sind, wenn mit Griechenland ein Mitglied einer Währungsunion fällt“. Seien nur auch nur Teile des Bankensystems betroffen, könne auch dies schon die Finanzierungsbedingungen von Unternehmen berühren. So befänden sich die Institute mit ihren Forderungen nach einem Insolvenzmechanismus für Euro-Länder und große Banken, „den Deutschland im Übrigen längst geschaffen hat“, in guter Gesellschaft.

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  • Schon die Überschrift tut einem langsam weh! Es ist so einfach, wenn man erst einmal einen Sündenbock gefunden hat immer auf ihn zu verweisen. Nach dem Motto" Haltet den Dieb" wird jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Kaum ein Berufsstand steht so im Rampenlicht, wie das bankkaufmännische Gewerbe. Warum eigentlich?! Versagt hat wohl auch der Gesetzgeber, die Aufsichten, die Gläubiger, die Politik und viele mehr. Mag sein das wir hier wirklich an einem Wendepunkt angekommen sind, der die Gesellschaft grundlegend ändern kann, aber den Mensch, der sie ausmacht, wird weiter durch Gier getrieben. Und sollte es zu einer Zwangsrekapitalisierung der Banken kommen, können wir wohl auch von einer Vorstufe der Zwangsenteignung reden! Banken kann man auch nicht als eine autharke Einheit, losgelöst von allen anderen Bereichen des wirtschaftlichen Lebens betrachten. Was wird mit Versicherungen und Pensionskassen und anderen vergleichbaren Instituten? Dieses neu erfundene Wort der Zwangskapitalisierung jedoch sollte nicht zum Alttagsgebrauch werden, denn es hat dann nichts mehr mit einem freiheitlich demokratischen Wertesystem zu tun, sondern mit einer anderen Gesellschaftsform, die wir ja im Grunde mindestens genauso scheuen, wie der Teufel das Weihwasser! Die Politik steht heute da, wo sie sich selbst hingelabert und gezaudert hat. Man ist dabei, die Büchse der Pandora zu öffnen...Die Politik will den Banken Geld zwangsweise zuführen, damit sie nicht unter der Last der nicht einzuhaltenden Versprechungen der Politik zusammenbrechen, dafür will sie eine Beteiligung und Mitsprache an diesen erwerben. Das sieht in diesem Fall so aus, als wenn ein Vorstand Mist gebaut hat und in den Aufsichtsrt einziehen soll, damit er nachträglich seine Inkompetenz verschleiern möchte.

  • Wir haben mit Hilfe der Medien gelernt, daß die ganze Finanz- und Wirtschaftsmisere ein Komplott der privaten Banken ist
    So gut und so schön.Nachdem die nun mit vereinten Kräften und mit Hilfe aller Medien platt gemacht werden, erhebt sich die Frage, wer noch öffentliche Anleihen zukünftig vertreiben und kaufen soll und wer die mittelständische Industrie und den Export finanziert. Vielleicht haben dazu die Medien auch eine Idee?

  • Bald ist es ja geschafft,
    bald haben die Politiker Europas ungehindert Zugang zur Notenpresse.
    Erst verschulden bis zur Halskrause, den privatwirtschaftlichen Banken das süße Gift leicht verdienten Geldes verabreichen,
    diese dann still und heimlich einverleiben und endlich - freier Zugang zur EZB.
    Klar, selbst gedrucktes Geld gibt sich noch leichter aus als vom hart Arbeitenden abgepresstes.
    Wie die Rechnung aufgeht?
    Augen auf!

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