Presseschau
Die Welt braucht Saab nicht mehr

Die internationale Wirtschaftspresse vergießt keine Träne über die geplatzte Übernahme von Saab durch die schwedische Sportwagenschmiede Koenigsegg. Die Financial Times Deutschland freut sich über die Rettung der WestLB. Cinco Días sieht die baskische Bank BBVA in China im Dilemma. Fundstück: U-Haft für Trinkgeldverweigerer.
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Der Opel-Mutterkonzern General Motors ist mit dem Verkauf der schwedischen Marke Saab vorerst gescheitert. Der designierte Investor, die schwedische Sportwagenschmiede Koenigsegg, hat die Vereinbarung über Saab gekündigt. Es sei nicht vollkommen klar, was die Übernahme der GM-Tochter durch Koenigsegg genau scheitern ließ, schreibt das Wall Street Journal. Grundsätzlich könne es jedoch sein, dass es keinen Platz mehr in der Autoindustrie für die Marke Saab gebe. Weltweit hätten Autobauer Kapazitäten, um 85,9 Millionen Autos herzustellen – verkaufen ließen sich jedoch in diesem Jahr nur 50 Millionen. Nur in einem der zwölf vergangenen Jahre habe Saab Gewinn gemacht und werde voraussichtlich nur 100.000 Autos verkaufen. „Saab ist einfach zu klein zum Überleben“, schreibt das Blatt. Die Rettungsversuche der schwedischen Regierung seien eher ein Versuch gewesen, Jobs zu retten, als eine Stütze für eine erfolgreiche Marke in vorübergehenden Schwierigkeiten. „Der Fall zeigt, dass Staatshilfen nicht den langfristigen Erfolg eines Autobauers sicherstellen können“, resümiert das Blatt.

Die schwedische Heldengeschichte ende in einer Tragödie, schreibt das schwedische Wirtschaftsmagazin Veckans Affärer anlässlich der geplatzten Übernahme der schwedischen GM-Tochter durch Koenigsegg. Von Anfang an sei es ein Fehler gewesen, ein Unternehmen, das seit Jahren Verluste anhäufe und dem es an Innovationskraft mangele, nicht in Konkurs gehen zu lassen. Der schwedische Staat habe mit den in Aussicht gestellten Garantien versucht, eine Struktur aufrecht zu erhalten, die allein in den vergangenen zwei Jahren sechs Milliarden Kronen Verlust eingefahren habe. Ein Unternehmen, das sich nicht trägt, solle mit der bitteren Realität konfrontiert werden, meint das Blatt, nur so könnten reale Werte identifiziert werden. Schweden müsse Konsequenzen aus dieser Geschichte ziehen: Es sei keine Lösung, unrentable Unternehmen an ausländische Investoren zu verkaufen und darauf zu hoffen, dass Arbeitsplätze erhalten bleiben. Vielmehr müsse das Gerede um Unternehmertum und Risikokapital ernst genommen werden, um neuen Unternehmen die Chance zu geben, die Lücke zu schließen, die Saab schon vor 15 Jahren aufgerissen habe.  

„Der Autobauer Koenigsegg ist wieder bei Sinnen“, kommentiert BusinessWeek den Rückzug der Sportwagenschmiede vom Deal mit GM. Für den GM-Vorstand Fritz Henderson sei es nun der dritte angestrebte Deal, der scheitert. Für GM wäre die Abwicklung der Marke Saab das Beste. „Das Letzte, was die Detroiter in ihrer schwierigen Lage in Amerika und vor dem Hintergrund der Opel-Restrukturierung in Europa brauchen, ist ein Ringen um Saab“, meint das Magazin. General Motors sei seit der Übernahme von Saab 1990 nie in der Lage gewesen, die Tochter zu finanzieren. Das Unternehmen sei ein Nischenhersteller, dessen Verkäufe um rund zwei Drittel eingebrochen seien. Bei weltweiten Verkaufszahlen von rund 100.000 Autos sei es selbst mit einer Opel-Plattform schwierig für die Marke, profitabel zu sein.

 

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  • Kein anderer Hersteller hat was vergleichbares an individualität zu bieten. ich will mein Leben lang SAAb fahren!!! Lasst die Marke nicht sterben

  • ich liebe meinen Saab, auch wenn die Firma von unfähigen Managern platt gemacht wird.

  • Um keine Mißverständnisse für evtl. potenzielle Umsteiger aufkommen zu lassen: Man muss um einen SAAb fahren zu können KEiN Abitur haben! Ein Führerschein reicht völlig aus. ich besitze zwei von den wunderbaren Autos (9-5 und 900 S!
    Und wieso braucht die Welt SAAb nicht mehr? bei der zurzeit herrschenden Überproduktion von Fahrzeugen bräuchte man eher keine Massenhersteller mehr.

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