Presseschau
Doppelte Feuerkraft mit Fragezeichen

Die G20 haben die Schlagkraft des Internationalen Währungsfonds zur Bekämpfung der Schuldenkrise verstärkt. Doch reichen immer höhere Kreditfazilitäten aus, um die Lage in Euroland zu beruhigen? Die Presseschau.
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Tusch für Christine Lagarde: Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) erhält im Kampf gegen die Schuldenkrise mehr Geld. Die führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) verständigten sich am Freitag in Washington darauf, die globale „Feuerkraft“ des Weltwährungsfonds um mehr als 430 Milliarden US-Dollar aufzustocken. Damit wird neben dem Ende März erhöhten Schutzwall um die Euro-Länder ein weiterer Rettungsschirm im Umfang von einer Billion US-Dollar für kriselnde Länder aufgespannt.

Die Neue Zürcher Zeitung zweifelt daran, dass die immer höheren Kreditfazilitäten von IMF und EU die Lage wirklich beruhigen werden. „Die Probleme in den klammen europäischen Staaten liegen viel tiefer als lediglich in kurzfristigen Liquiditätsengpässen, die wegen der nervösen Märkte überbrückt werden müssen.“

Die britische Financial Times fragt sich, unter welchen Umständen die Extra-Milliarden an ein großes EU-Land vergeben werden. „Nur die Tatsache, dass das Geld für den Fonds verfügbar ist, macht es nicht glaubwürdig als europäische Schutzmauer, es muss auch den Willen geben, es auszugeben.“

Der Wiener Standard blickt auf die aufstrebenden Volkswirtschaften und Weltmächte wie Russland, China, Brasilien und Indien. Das Mindeste, das die „trägen, offensichtlich sitzungsmüden“ Industrieländer ihren Geldgebern im Gegenzug schuldeten, sei mehr Einfluss für die ehemals Abhängigen im IWF. „Denn: Wer zahlt, schafft an.“

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  • Ist es wirklich so, daß Geld alle Wunden heilt? Reicht eine Billion $ an zusätzlichen "Heilmitteln"? Oder sind 2 oder 3 Billionen nicht vielleicht besser? Ab wann wird dieses Medikament sich als wertlos erweisen?
    Es wird, denn die Akteure an der Wertschöpfung, die, die Höhe des BIP bestimmen, somit für die Staatseinnahmen stehen, können nicht weggespart werden. Gerne kann bei Merkel nachgefragt werden, wie viel Bananen oder Rohstoffe es für wertloses Geld gibt.

    An der Bautätigkeit erkennt man prosperierende Wirtschaften; sagt man. Nur wenn dann, um den Eindruck zu wahren, wie in Spanien auf Halde gebaut wird, oder lediglich ein Umzug von Schwedt nach München stattfindet, sitzt man einem tödlichen Irrtum auf. An der mangelhaften Funktionsfähigkeit des Wirtschaftsgebildes Stadt ändert es nichts. Im Gegenteil: es entstehen neue Kosten. Wenn jemand von Schwedt nach München zieht, steigen seine Lebenshaltungskosten und damit der erforderliche Lohn. In Einzelbetrachtung ist das eine Lappalie, in der Masse allerdings eine Zeitbombe.
    Eigentümer von Grund und und Boden ist grundsätzlich der Staat, denn über Bodenschätze verfügt nur er. Zusätzlich hat er die Lufthoheit. Und welche Bodennutzung gestattet ist, vergibt er als Lizenz an den Grundbesitzer. So ist die rechtlich einwandfreie Abgrenzung zwischen Eigentum und Besitz. Mithin trägt der Staat, diese Bundesregierung, Verantwortung und Schuld am derzeitigen Desaster.
    Der Staat bleibt aufgefordert, die Funktionsfähigkeit der Städte wiederherzustellen, indem die unterschiedlichen Flächennutzungen –Arbeiten-Versorgen-Wohnen- nicht nebeneinander, sondern übereinander erfolgen.

    http://www.bps-niedenstein.de/

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